Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Generation Google" leidet an Informationsmangel

23.04.2008
Oberflächliche Suche und Totalverweigerung gegenüber neuen Technologien

Jugendliche der sogenannten "Generation Google" haben Nachholbedarf, was den Umgang mit Suchmaschinen und Informationsquellen im Internet betrifft. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, heutige Teenager würden online leben und hätten die neuen technischen Möglichkeiten mit der Muttermilch aufgesogen, zeigt eine aktuelle Studie der Sheffield University, dass viele junge Nutzer nur sehr oberflächlich im Netz recherchieren und Inhalte bestenfalls überfliegen. Viele wissen mit den Suchmaschinen schlichtweg nicht umzugehen oder zeigen überhaupt ein Desinteresse an der Nutzung neuer Technologien.

Vielfach verbringen die Jugendlichen nur wenige Minuten damit, wissenschaftliche Artikel zu lesen und nur wenige greifen ein zweites Mal auf einen bestimmten Beitrag zurück. "Es scheint, als würden sie online gehen, um das Lesen im klassischen Sinne zu vermeiden", so die Studienautoren. Die Tendenz zur oberflächlichen, ungenauen Recherche zeigt sich laut der Untersuchung aber nicht nur bei Jugendlichen, sondern bis hin zu den Professoren selbst. Vielfach wurde zunächst angenommen, dass die Online-Suche für die Teenager eine Selbstverständlichkeit ist und sie mit den technischen Mitteln umgehen können. Offenbar sind die meisten jedoch lediglich mit Seiten wie Facebook oder Wikipedia vertraut, es fehlt ihnen aber an fundiertem Wissen.

"Ich stelle fest, dass die Erwartungshaltung der Schüler gegenüber der Recherche im Netz meist größer ist als die Informationen, die sie dann tatsächlich darüber beziehen", meint auch Max Schmidt, Vorsitzender des bayrischen Philologenverbandes (bpv), im Gespräch mit pressetext. Laut der Studie können viele Jugendliche nicht zwischen Blog-Postings und fundierten Informationen differenzieren. Auch diesen Fakt bestätigt Schmidt: "Die private Meinung irgendeines anderen Nutzers kann oft nicht von wissenschaftlichen Informationen unterschieden werden." Die Schüler sind außerdem nicht daran gewöhnt, mehrere Quellen zu prüfen, sondern begnügen sich offenbar meist mit dem erstbesten Treffer.

Auffallend ist auch, dass rund 20 Prozent der jungen Nutzer als so genannte "digitale Dissidenten" gelten, die mit Informatik nichts zu tun haben wollen und denken, der Computer sei etwas für den Vater, aber nicht für die eigene Generation. Weitere 57 Prozent boykottieren das Internet zwar nicht, nutzen es aber auch nicht besonders. Für die Zukunft wird es wichtig sein, dass die Jugendliche einen richtigen Umgang mit den neuen Technologien erlernen, um diese überhaupt adäquat nutzen zu können. In den Schulen gibt es bislang wenig Angebote in diese Richtung. "Meist ist der Umgang mit solchen Dingen wie Online-Recherche in den Informatikunterricht je nach Ermessen des einzelnen Lehrers eingebunden", erklärt Schmidt gegenüber pressetext. Zumindest in Bayern soll sich das aber künftig mit der Einführung spezieller Seminare zu dem Thema ändern.

Claudia Zettel | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.shef.ac.uk
http://www.bpv.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie