Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chinesen vertrauen "Made in Germany"

17.04.2008
Accenture-Studie: Bei einem Drittel der Mittel- und Oberschicht kommen Marken aus Deutschland und dem Westen gut an

Chinesische Verbraucher bescheinigen deutschen Produkten Verlässlichkeit und Qualität - das zeigt eine Studie des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture. Vor allem drei Gruppen interessieren sich für Marken aus Deutschland und westlichen Industrieländern: die "Young Royals", die "Aspirationals" und "Established Money". Sie stellen ein Drittel der wachsenden Mittel- und Oberschicht Chinas.

Chinesen vertrauen vor allem den deutschen Autobauern: 82 Prozent der Befragten halten die Fahrzeuge für zuverlässig, 74 Prozent bescheinigen ihnen exzellente Qualität. Noch dazu sind ihnen deutsche KFZ-Marken bekannter als Autos aus Japan und Korea.

Drei Gruppen mit hohem Interesse an Markenprodukten

Westliche Marken sprechen besonders drei Gruppen der chinesischen Mittel- und Oberschicht an, so die Studie "Global Brand Opportunities". Allen voran die so genannten "Young Royals" - überwiegend junge, gut verdienende Akademikerinnen, die rund acht Prozent der befragten Verbraucher ausmachen. Sie interessieren sich vor allem für Produkte, die neu auf den Markt kommen.

Auch die so genannten "Aspirationals" sind jung und markenbewusst, haben jedoch ein deutlich geringeres Einkommen. 18 Prozent der Mittel- und Oberschicht bilden dieses Milieu, darunter viele Studenten.

Weitere sechs Prozent der Konsumenten gehören der Gruppe "Established Money" an. Sie sind meist wohlhabend und schätzen etablierte Marken und Produkte, die auf dem neusten Stand der Technik sind.

Bedeutung von Marketing-Maßnahmen

"Für deutsche und andere Markenhersteller aus dem Westen ist Chinas Mittel- und Oberschicht ein riesiger Markt", sagt Gerhard Hausruckinger, Geschäftsführer für den Bereich Handel und Konsumgüter bei Accenture. "Wer dort aktiv werden will, sollte vor allem berücksichtigen, dass sich chinesische Konsumenten eingehender informieren als Verbraucher in anderen Ländern. Bevor sie eine Kaufentscheidung fällen, ziehen sie viele Quellen zu Rate."

Klassische Anzeigen und Direktwerbung haben dabei weniger Einfluss auf chinesische Verbraucher als auf Konsumenten in anderen Ländern, so die Studie. Wichtig dagegen ist Mundpropaganda: Chinesen hören stärker auf die Empfehlungen von Freunden und Kollegen. Sehr empfänglich sind sie auch für Botschaften und Informationen über Fernsehen, Internet, Podcasts und Videoanzeigetafeln.

Probleme sind Preis und Vertrieb

Doch mit Marketingmaßnahmen allein gewinnen deutsche Hersteller keine Kunden: "Made in Germany" ist vielen Chinesen zu teuer, auch das zeigt die Studie. Nur jeder zweite Befragte bescheinigt deutschen Produkten einen bezahlbaren Preis, bei Bekleidung ist es sogar nur einer von drei Befragten.

Der Vertrieb ist ein weiterer Faktor, der hohe Bedeutung für den langfristigen Markterfolg in China hat. "Es ist deutlich schwieriger als hierzulande dafür zu sorgen, dass Geschäfte die Waren immer auf Lager und im Regal haben", so Gerhard Hausruckinger. "Viele Unternehmen unterschätzen die Größe des Marktes und die geringer entwickelte Infrastruktur." Wer den wachsenden Markt erobern möchte, sollte seinen Vertrieb auf diese Bedingungen vorbereiten - oder einen Partner vor Ort finden, so die Empfehlung der Accenture-Studie.

Über die Studie

Für die Studie "Global Brand Opportunities" hat Accenture mehr als 1.000 Haushalte der Mittel- und Oberschicht in überwiegend städtischen Gebieten Chinas befragt.

Über Accenture

Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister. Mit dem Ziel, Innovationen umzusetzen, hilft das Unternehmen seinen Kunden durch die gemeinsame Arbeit, leistungsfähiger zu werden. Umfangreiches Branchenwissen, Geschäftsprozess-Know-how, internationale Teams und hohe Umsetzungskompetenz versetzen Accenture in die Lage, die richtigen Mitarbeiter, Fähigkeiten und Technologien bereit zu stellen, um so die Leistung seiner Kunden zu verbessern. Mit rund 178.000 Mitarbeitern in 49 Ländern erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Fiskaljahr (zum 31. August 2007) einen Nettoumsatz von 19,7 Milliarden US-Dollar.

Jens Derksen | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.accenture.com
http://www.accenture.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ultra-sensitiv dank quantenmechanischer Verschränkung

28.06.2017 | Physik Astronomie

Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise