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Studie zum Geothermiepotenzial der Grubenwässer Sachsens

24.06.2002


Gefördert vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) und betreut durch das Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG) wurde 2001 von einem Freiberger Ingenieurbüro eine Studie zum Geothermiepotenzial der Grubenwässer Sachsens abgeschlossen, deren stark gestraffte Grundaussagen folgende sind:

Ab den 1970-er Jahren bis zur politischen Wende 1989/90 entstanden infolge Einstellung des untertägigen Kohle-, Erz- und Spatbergbaus mit nachfolgender Flutung der Grubengebäude umfangreiche Stauräume von unterirdischem Wasser, welche das Grubenwasserreservoir des bereits bestehenden erzgebirgischen Altbergbaus wesentlich erweiterte.

Die erfassten Grubenwässer mit relativ beständigen Temperaturen im Bereich zwischen etwa 5°C und < 20°C, je nach Tiefe und Konfiguration des Grubengebäudes bzw. Volumen und Tiefenlage des Wasserspiegels in der Grube, werden auf Grund ihrer Temperatur und räumlichen Position als Bestandteile der Oberflächengeothermie betrachtet. Die in den bedeutendsten der abgesoffenen Grubengebäude enthaltenen Wassermengen erreichen nach grober Schätzung ca. 250 Mio. m3. Diese wurden und werden bereits punktuell mittels sondengekoppelter Wärmepumpenanlagen zur Energiegewinnung genutzt (Ehrenfriedersdorf, Freiberg).
Die Studie gelangt zu folgenden Hauptergebnissen:

  1. Der Freistaat Sachsen verfügt über vergleichsweise erhebliche Ressourcen an Grubenwässern, die prinzipiell als Übertragungsmedium für Erdwärme aus abgesoffenen Bergwerken geeignet sind.
  2. 48 bedeutendere Standorte im südlichen Sachsen wurden einer Erstbewertung unterzogen, davon kamen zehn Standorte in die engere Wahl für ausführlichere Datenrecherchen.
  3. Diese ausgewählten Standorte wurden im Ergebnis eingehenderer, z.T. mit Vor-Ort-Untersuchungen verbundener Betrachtungen für "Machbarkeitsstudien" empfohlen.

Inzwischen liegen erste Studien zur Umsetzbarkeit vor (Schacht 371/Hartenstein; Wismut 2001) bzw. sind ältere Unterlagen (Freiberg-Nikolaiviertel; TU Bergakademie Freiberg 1986) noch entsprechend zu aktualisieren.
Ausgehend vom erreichten Bearbeitungsstand werden folgende weitere Schritte vorgeschlagen:

  • Die untersuchten Grubenwasser-Standorte sind als potenzielle Quellen geothermischer Energie in das Fachinformationssystem Hydrogeologie des Landesamtes für Umwelt und Geologie einzubeziehen.
  • Im Rahmen dieser DV-Erfassung sollten die unterirdischen Reservoire hinsichtlich ihrer ökologischen Verträglichkeit sowie unter Beachtung des GW-schutzes bewertet werden.
  • Bei der Erstellung weiterer objektbezogener Studien zur Niedrigenergienutzung von Grubenwässern sollten neben der ökologischen Verträglichkeit auch wirtschaftliche Aspekte beleuchtet werden. D.h., dass neben der Ermittlung des technischen Erzeugungspotenzials auch das reale technische Nachfragepotenzial i.S. von KALTSCHMITT/HUENGES/WOLFF (1999) an künftigen Einzelprojekten eingehend zu untersuchen und zu bewerten ist.

Es ist vorgesehen, die Ergebnisse mittelfristig in ein Gesamtprojekt einfließen zu lassen, welches die Untersuchung des Geothermiepotenzials des Freistaates Sachsen zum Ziel hat.

Autor:
P. Wolf
Dr. P. Wolf, Ref. Rohstoffgeologie im LfUG, Amtsteil Freiberg;
Halsbrücker Str. 31a; 09599 Freiberg

Werner Bussmann | idw

Weitere Berichte zu: Geologie Geothermiepotenzial Grubengebäude Grubenwasser

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