Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie: Ressourcenknappheit als idealer Nährboden für neue Entwicklungen

14.04.2008
Kostbar fließt das Benzin durch den Tankrüssel, gnadenlos rattert der Zähler der Zapfsäule. Diese Szene ist bekannt und nur eines zahlreicher Beispiele für knapp werdende, wichtige Ressourcen - von Eisen über Getreide bis zu seltenen Mineralien wie Coltan.

Die Nachfrage wächst, das Angebot schrumpft, der Preis steigt und Engpässe häufen sich. Eine neue Studie "Innovationen gegen Rohstoffknappheit", vorgelegt durch Zukünftige Technologien Consulting der VDI Technologiezentrum GmbH, gibt einen Überblick über die Situation auf den Rohstoffmärkten sowie ihre Entwicklung und behandelt mögliche Strategien. Der Ansatz: Not macht erfinderisch.

Ressourcenknappheit fordert Wirtschaft, Politik und Verbraucher zum Umdenken im Umgang mit Rohstoffen auf. Es entstehen neue Spielräume für Innovationen bei Rohstoffförderung, Ressourceneffizienz, Recycling und Substitution.

Einsparpotenzial ist vorhanden

Beispiel Ressourceneffizienz: Eine Steigerung der Ressourceneffizienz entlastet Umwelt und Unternehmen. Für letztere zahlt es sich sogar doppelt aus: Sie können nicht nur durch reduzierten Rohstoffeinsatz Kosten senken, sondern auch durch die Verringerung stofflicher Emissionen. Ein Beispiel sind in diesem Zusammenhang CO2-Emissionsrechte, die wie Rohstoffe an Börsen gehandelt werden.

Effizienzpotenziale verbergen sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ihre systematische Betrachtung deckt unnötige Kosten auf, schützt die Umwelt und bietet Vorteile im Wettbewerb - beispielsweise bei der Papierherstellung. Werden auf der Stufe der Rohstoffgewinnung der gemeinsame Einsatz von Weichholz, Nichtholzfasern und Recyclingmaterial berücksichtigt und zusätzlich Faktoren in den Bereichen Vertrieb, Gebrauch und Entsorgung unter die Lupe genommen, könnte die Anbaufläche für den Zellstoff zur Papierherstellung um 96 Prozent reduziert werden.

Investition in neue Explorationsvorhaben

Unbekannte oder bisher unrentable Rohstoffvorkommen werden wirtschaftlich interessant wie beispielsweise Manganknollen in der Tiefsee oder Ölsande. Sogar Mülldeponien können als Rohstoffquellen untersucht werden. Durch umweltfreundliche Verfahren wie Bioleaching kann eine höhere Rohstoffausbeute erreicht werden.

Immer teurer werdende Rohstoffe bieten zusätzlich der Recyclingbranche neue Perspektiven. Eines der wichtigsten Kriterien für den Einsatz von Sekundärrohstoffen ist deren Qualität, die mit immer präziseren Messmethoden schon bei der Sortierung sichergestellt werden kann. Bereits beim Produktdesign, der Auswahl der Rohstoffe und deren Verarbeitung sollten Recyclingaspekte berücksichtigt werden.

Substitution knapper Rohstoffe

Auch nach geeignetem Ersatz wird gesucht. Möglich ist die Substitution eines Rohstoffs durch einen anderen, durch einen neuen Werkstoff mit vergleichbaren Eigenschaften oder durch eine komplett neue Anwendung, die den Rohstoff überflüssig macht. Substitution sollte aber nicht nur dazu dienen, kurzfristige Schwankungen der Rohstoffpreise und -verfügbarkeit abzufedern. Sie sollte vor allem langfristig zur Flexibilisierung des Materialeinsatzes innerhalb der Wertschöpfungskette beitragen sowie die Nachhaltigkeit durch den Einsatz ökonomisch wie ökologisch vorteilhafter Materialien fördern.

Bei den Informations- und Kommunikationstechnologien wird die Substitution vor allem von der technischen Entwicklung getrieben. Im Wettlauf um immer höhere Übertragungsraten für Internet- und Multimediaanwendungen ist Kupfer gegenüber Glasfasern klar im Nachteil. Bei gleicher Bandbreite sind Glasfaserkabel 100-mal dünner als Kupferkabel, was erhebliche Material- und Kosteneinsparungen ermöglicht. Immer häufiger wird bei der Datenübertragung auch komplett auf Kabel verzichtet. Bei der drahtlosen Datenübertragung werden Materialien wie Kupfer oder Glasfaser vollständig durch elektromagnetische Wellen ersetzt.

Ansprechpartner:

VDI Technologiezentrum GmbH
Zukünftige Technologien Consulting
Christiane Ploetz
Tel.: 0211 6214-503
Fax: 0211 6214-139
ploetz@vdi.de
VDI Technologiezentrum GmbH
Zukünftige Technologien Consulting
Dr. Günter Reuscher
Tel.: 0211 6214-688
Fax: 0211 6214-139
reuscher@vdi.de

Andreas Hoffknecht | idw
Weitere Informationen:
http://www.zt-consulting.de

Weitere Berichte zu: Glasfaser Ressourceneffizienz Rohstoff Substitution

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt
21.11.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie