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Schmerzmittel unterstützen Muskelwachstum

11.04.2008
Möglicher Ansatz für Therapie von Muskelschwund

Physiologen der Ball State University haben in einer Langzeitstudie nachgewiesen, dass die regelmäßige Einnahme bestimmter Schmerzmittel beim Training mit Gewichten das Muskelwachstum positiv beeinflussen kann.

Todd Trappe und Chad Carroll haben in einer Doppelblindstudie 36 Teilnehmern im Alter von 60 bis 78 Jahren über einen Zeitraum von drei Monaten täglich die weit verbreiteten Schmerzmittel Ibuprofen, Paracetamol sowie Placebos verabreicht. Die Dosis entsprach dabei der durch den Hersteller auf der Packungsbeilage empfohlenen Menge. Die Probanden absolvierten dazu drei mal wöchentlich unter Aufsicht ein leichtes Gewichtstraining von 15 bis 20 Minuten Dauer.

Vorhergehende Studien hatten bereits nahegelegt, dass Training in der von den Forschern verordneten Intensität und Dauer ein deutliches Wachstum der Muskelmasse und Muskelkraft zur Folge hat. So entsprachen die Ergebnisse aus der Placebogruppe ganz den Erwartungen der Mediziner. Unerwartet sei allerdings das Abschneiden der Testpersonen gewesen, die trainingsbegleitend Schmerzmittel genommen hatten: Denn das Muskelwachstum in diesen Testgruppen überstieg das der Vergleichsgruppe erheblich, was durch eine Magnetresonanztomografie der Oberschenkelmuskulatur belegt werden konnte.

"Die Einnahme von Ibuprofen oder Paracetamol während eines Krafttrainings über drei Monate scheint intramuskuläre Veränderungen angeregt zu haben, die den Stoffwechsel des Muskels verbessern", erklärt Trappe. Dies erlaube dem Körper deutlich mehr neue Proteine in den Muskeln einzulagern und so zu wachsen. Man werde nun Gewebeproben, die zu Beginn und bei Beendigung der Studie genommen wurden, untersuchen, um die Beobachtungen der Langzeitstudie zu untermauern, so Trappe.

Eine frühere Untersuchung Trappes, die die Veränderungen im Muskelstoffwechsel bzw. in der Protein-Synthese im Muskel innerhalb von 24 Stunden betrafen, hatte andere Ergebnisse gebracht. Diese Studie ergab, dass die verabreichten Schmerzmittel aufgrund ihrer Wirkweise kontraproduktiv auf das Muskelwachstum einwirkten, da sie ein spezielles Enzym, Cyclooxygenase, blockieren.

Trappe sagte, dass sich die neuen Studienergebnisse auf die Gestaltung von Therapien für ältere Menschen mit Muskelschwund auswirken könnten. Auch Astronauten, die während langer Aufenthalte in der Schwerelosigkeit an Muskelkraft und -masse verloren haben, könnten davon profitieren.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://cms.bsu.edu

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