Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fischöl gegen Frühgeburten / Schwangere brauchen Eikosane

20.06.2002

Für eine Omega-3-Fettsäuren-Ergänzung in der Ernährung bei Schwangeren spricht das Ergebnis einer im dänischen Wissenschaftszentrum abgeschlossenen Studie (1). Sie ergab, dass die tägliche Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren (= Eikosane) aus Fischöl, die in der Studie prophylaktisch über 20 Wochen oder therapeutisch über 33 Wochen bis zur Geburt stattgefunden hatte, das Risiko einer wiederholten Frühgeburt erheblich senkt, erläutert heute Klaudia Pütz, Diplom Diätassistentin bei dem von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) e. V. getragenen Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik mit Sitz in der Reha-Klinik an der Rosenquelle in Bad Aachen. Die Fischöleinnahme verringerte das Risiko von wiederholten Frühgeburten von 33 auf 21 Prozent. Als Kontrolle dienten mit Olivenöl behandelte Frauen.

Omega-3-Fettsäuren sind lebensnotwendige mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die für das Wachstum und Entwicklung sowie für viele Körperfunktionen und die Gesunderhaltung in allen Lebensabschnitten erforderlich sind. Sie verbessern unter anderem die Fließeigenschaften des Blutes, wirken gefäßschützend und antientzündlich. Diese hochwertigen Fettsäuren sind fast ausschließlich in fettreichen Kaltwasserfischen wie Hering, Makrele, Lachs oder Thunfisch enthalten. Der Omega-3-Fettsäure-Gehalt liegt zwischen 1,4 und 2,6 Gramm pro 100 Gramm Fisch. Er variiert je nach Fischart und unterliegt naturbedingten Schwankungen.

Die Expertengruppe der ISSFAL 1999 (International Society for the study of fatty acids and lipids) spricht sich für eine tägliche Aufnahme mit der Nahrung von mindestens 0,3 Gramm für Erwachsene aus. Für den deutschsprachigen Raum gibt es keine konkreten Empfehlungen: Die von der D.A.CH. 2000 (Deutsche, Österreichische und Schweizerische Ernährungsgesellschaften) veranschlagte Bedarfszufuhr an Omega-3-Fettsäuren liegt bei 0,5 Energieprozenten. Zur Deckung dieses Bedarfs wären wöchentlich mindestens zwei Fischmahlzeiten mit je 150 bis 200 Gramm nötig.

Da der Fischkonsum in Deutschland jedoch nicht ausreichend ist, weisen viele Menschen einen Eikosan-Mangel auf. Die verfügbare Fischmenge liegt laut DGE-Ernährungsbericht von 1996 lediglich bei 41 Gramm pro Tag und Person. Erst mit der Industrialisierung traten Fleisch- und Milchprodukte zum Nachteil von Fischmahlzeiten in den Vordergrund. Selbst der traditionelle Fischtag (Freitag) wird heute kaum noch von jemanden eingehalten.

Bei vielen krankheitsassoziierten Mangelzuständen dürften diätetische Maßnahmen alleine nicht ausreichen und therapeutische Effekte sind mit erhöhtem Fischverzehr kaum zu erreichen. Daher ist insbesondere für Schwangere die gezielte Substitution mit standardisierten, hochgereinigten, arzneilich zugelassenen Omega-3-Fettsäurenpräparaten aus der Apotheke empfehlenswert. Eikosane Form von Fischölkapseln ermöglichen eine höhere Dosierung als die herkömmliche Ernährung, zudem häufig in der Bevölkerung Aversionen gegen Fisch bestehen. Ein unangenehmer Fischgeschmack oder Aufstoßen ist bei vielen Präparaten heute nicht mehr gegeben. In Anbetracht der zahlreichen günstigen Effekte von Omega-3-Fettsäuren ist die Forderung nach einem hohen Fischverzehr oder der Einnahme von Präparaten gerechtfertigt und einleuchtend. Weitere Hintergrundinformationen zu diesem Thema bietet die Homepage

| ots
Weitere Informationen:
http://www.diet-aachen.de

Weitere Berichte zu: Eikosane Fischöl Frühgeburt Omega-3-Fettsäure Schwanger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten