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Depressionen erhöhen Alzheimer-Risiko

08.04.2008
Zellverlust in Hirnbereichen als mögliche Ursache

Menschen, die an Depressionen gelitten haben, könnten anfälliger für eine Alzheimer-Erkrankung sein. Zu diesem Ergebnis sind eine holländische und eine amerikanische Studie gekommen. Wissenschaftler des Erasmus University Medical Center wiesen nach, dass Alzheimer bei Menschen mit früheren Depressionen 2,5 Mal wahrscheinlicher ist. Die Wahrscheinlichkeit ist sogar vier Mal so hoch, wenn die Depressionen vor dem 60. Lebensjahr auftreten. Details der Studien wurden in Neurology den und Archives of General Psychiatry veröffentlicht.

Die holländische Studie war vergleichsweise klein. 486 Personen nahmen über einen Zeitraum von sechs Jahren teil. Nur 33 Teilnehmer erkrankten an Alzheimer. Die Wissenschaftler betonen, dass weitere Forschungsprojekte notwendig seien, um den Zusammenhang zwischen Depressionen und Alzheimer vollständig zu verstehen. Die leitende Wissenschaftlerin Monique Breteler erklärte, dass bis jetzt nicht bekannt sei, ob Depressionen zum Entstehen einer Alzheimer-Erkrankung beitragen oder ob ein unbekannter Faktor beide Krankheiten verursacht. Eine Theorie geht laut BBC davon aus, dass Depressionen zum Verlust von Zellen in zwei Bereichen des Gehirns führen und zwar im Hippokampus und der Amygdala. Dieser Vorgang trägt in der Folge zur Entstehung von Alzheimer bei. Die aktuelle Studie konnte jedoch bei depressiven und gesunden Menschen keinen Unterschied in der Größe dieser beiden Hirnbereiche feststellen.

Diese Ergebnisse werden von einer zweiten Studie der Rush University bestätigt. Das Team um Robert Wilson begleitete mehr als 900 Mitglieder des katholischen Klerus bis zu 13 Jahre lang. In diesem Zeitraum erkrankten 190 Geistliche an Alzheimer. Jene, die zu Beginn mehr Anzeichen einer Depression zeigten, erkrankten in der Folge eher an Alzheimer. Es gab jedoch nur wenige Hinweise darauf, dass die Depressionen sich zu Beginn der Erkrankung verstärkten.

Auch nach der Alzheimer-Diagnose kam es zu keinem allgemeinen Anstieg der Depressionen. Der Anstieg beschränkte sich viel mehr auf Personen mit bestimmten Charaktereigenschaften. Die Forscher nehmen an, dass Depressionen eher ein Risikofaktor für Alzheimer sind als subtile Anzeichen für eine eigentliche Erkrankung. Wilson hält es für denkbar, dass Symptome einer Depression mit charakteristischen Veränderungen im Gehirn zusammenhängen, die irgendwie die neuralen Reserven verringern.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.erasmusmc.nl
http://www.rushu.rush.edu

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