Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unternehmen missachten Folgen des Klimawandels

03.04.2008
Imageschaden durch Anpassung des Risk-Managements vermeidbar

Unternehmen unterschätzen die globalen Folgen des Klimawandels und stehen den Risiken großteils völlig unvorbereitet gegenüber. Dies ist das Fazit eines heute, Donnerstag, von der internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG vorgestellten Berichts namens "Climate Changes your Business". Von den Auswirkungen am stärksten betroffen sind vor allem die Branchen Luftfahrt, Gesundheit, Tourismus, Transport, Öl und Gas sowie Finanzdienstleistungen. Laut den Experten sollten diese Wirtschaftszweige den Konsequenzen des Klimawandels auf ihr Geschäft "dringend mehr Beachtung schenken", heißt es in einer Aussendung des Unternehmens.

"Obwohl die Risikomanagement-Systeme vieler großer Unternehmen effizient arbeiten und prinzipiell gut implementiert sind, ist das Thema der Absicherung gegenüber den Folgen des Klimawandels nach wie vor untergewichtet", meint KPMG-Geschäftsführer Peter Ertl im Gespräch mit pressetext. Dem Fachmann zufolge sind hierbei "noch viele Hausaufgaben zu machen", da sich die Auflagen der Gesetzgeber künftig weiter verschärfen werden. Um einen finanziellen Schaden bereits im Vorhinein abwenden zu können und parallel den gesetzlichen Rahmenbedingungen zu entsprechen, sollten Unternehmen unverzüglich handeln. Auch sei der somit erzielte "Imagefaktor nach außen" ein "positiver Nebeneffekt", so Ertl.

So lässt das Risikomanagement vieler Konzerne nach wie vor zu wünschen übrig, da nicht nur die Risiken physischer Art wie Wirbelstürme oder Überschwemmungen, sondern auch regulatorische Veränderungen wie etwa strengere Umweltschutzauflagen häufig zu sehr außer Acht gelassen werden. Auch kümmern sich die Unternehmen derzeit noch viel zu wenig um die Fragen nach speziellen Energiebesteuerungen, Reputations- und Haftungsrisiken oder imagebezogenen Gefahren. "In Bezug auf viele andere unternehmerische Risiken hat die Geschäftsführung oft ein ausgefeiltes Risikomanagementsystem - den Aspekt des Klimawandels scheinen die meisten jedoch zu ignorieren", so Ertl weiter.

... mehr zu:
»Klimawandel »Luftfahrt

Laut dem Experten zahlen sich weiterführende Risk-Management-Investitionen in die Folgen des Klimawandels angesichts des damit zu erreichenden Wettbewerbsvorteils schon jetzt sehr aus. Schließlich würden auch die Kunden selbst bei der Auftragsvergabe an die Unternehmen vermehrt auf deren "Umweltverträglichkeit" achten. Als eines der am meisten unterschätzten Risiken nennt die Erhebung das Prozessrisiko. Dazu zählen etwa Schadenersatzklagen gegen Unternehmen, die besonders viel Kohlendioxid emittieren. "Bei diesen Rechtsverfahren rechne ich definitiv mit einem Anstieg in den USA in den kommenden Jahren", prognostiziert Ertl auf Nachfrage von pressetext.

Trotz aller bestehenden Defizite ist die Öl- und Gasbranche laut der Erhebung noch am besten auf die möglichen Folgen vorbereitet, sie trägt aber auch bei weitem die größten Risiken aller 18 untersuchten Industriebereiche. Am schlechtesten vorbereitet ist die Transportbranche, da Veränderungen wie Treibstoffsteuern, Straßenmaut oder Emissionshandel die Branche hart treffen. Hier hätten sich die Unternehmer schon länger darauf vorbereiten können, da die staatlichen Regulierungen schon länger vorhersehbar gewesen seien, heißt es. Die Luftfahrt kämpft hingegen für das Ansehen der Branche in der Gesellschaft. Ein Unternehmen, das seine Geschäftspolitik nicht nach dem Wertewandel ausrichtet, riskiert den Verlust des Verbrauchervertrauens, so der Bericht abschließend.

Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.at

Weitere Berichte zu: Klimawandel Luftfahrt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE