Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Großmann: Kommunales Baumanagement ist eine Zukunftsaufgabe in den Städten

18.06.2002

"Im Mittelpunkt einer erfolgreichen Baulandpolitik der Gemeinden steht die bedarfsgerechte Baulandbereitstellung. Dahinter verbirgt sich ein komplexer Prozess. Dieser reicht von der Bauleitplanung über die Bodenordnung, die Erschließung, die Herstellung der erforderlichen Infrastruktur-, Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtungen, bis hin zur Bereitstellung der baureifen Grundstücke und deren planungskonformer Nutzung. Und natürlich geht es auch um städtebauliche Rahmenbedingungen, etwa um die Entwicklung der Innenstädte und die Vermeidung von Abwanderungen ins Umland mit ihren negativen Folgen", betonte Achim Großmann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, in seiner Rede auf einer Informationsveranstaltung der Sparkassen Immobilien GmbH in Aachen.

Diese Aufgabe ordne sich auch ein in die von der Bundesregierung nunmehr seit ihrem Amtsantritt neu profilierte und reformierte Wohnungs- und Städtebaupolitik mit dem Ziel der nachhaltigen Entwicklung von lebenswerten Städten und Gemeinden. Beim Umgang mit dem Bauland gehe es um Wirtschaftlichkeit und Ökologie, um Verminderung der Flächeninanspruchnahme, Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur sowie um die Entwicklung von Brachen im innerstädtischen Bereich, erläuterte der Staatssekretär.

"Bei gut 70 Prozent aller Städte und vor allem in der Mehrzahl der Großstädte vermögen die Baulandreserven den Baulandbedarf zu decken", sagte Großmann. Hier sei der Ansatzpunkt für die Mobilisierung und Aktivierung der vorhandenen Baulandreserven. In erster Linie handele sich dabei um altindustrielle Brachflächen oder Konversionsflächen, die wieder verfügbar zu machen oder aufzubereiten seien.

Baulandbereitstellung sei öffentliche Aufgabe, sei Aufgabe der Gemeinden. Erfolgreich seien die Gemeinden, die auf ein partnerschaftliches Konzept unter Beteiligung privater Investoren setzten und setzen. Gerade im komplexen Prozess der Baureifmachung mit der damit verbundenen Infrastruktur haben sich die Kooperationsmodelle bewährt.

Damit lasse das Städtebaurecht und die Wohnungs- und Baupolitik der Bundesregierung zunehmend auch private Investoren als Partner zu, erläuterte Großmann weiter.

Das Baugesetzbuch sei auf das Zusammenwirken der öffentlichen mit der privaten Seite bei städtebaulichen Planungen und Maßnahmen ausgerichtet.

Beispielhaft sei dafür der "Münchner Weg" für eine sozial gerechte Bodennutzung. Hier habe sich gezeigt, dass bei den von der Planung Begünstigten durchaus Bereitschaft besteht, sich an den Kosten der sozial gerechten Wohnnutzung zu beteiligen, wenn Transparenz und Verlässlichkeit gewährleistet sind.

Chancen für eine neue Planungskultur seien auch die Regelungen zum Mediator im Bauleitplanverfahren.

Ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Gemeinde und privatem Baulandmanagement sei die Aufstellung gemeindlicher Baulandkataster. Das sichere eine von der Gemeinde systematische Erfassung der bebaubaren Flächen und mache diese allen Interessenten zugänglich.

Eine Studie des Bundesministeriums zeige aber auch, dass die vorhandenen Möglichkeiten noch nicht überall im vollen Umfang genutzt werden. Dies betreffe vor allem den Einsatz städtebaulicher Verträge in Verbindung mit kommunalen Grundsatzbeschlüssen zur gemeindlichen Bodenpolitik. Die Untersuchung lasse erkennen, dass in den Gemeinden, in denen die "Spielregeln" für die Baulanderschließung einschließlich der Finanzierung der erforderlichen Infrastruktur für die Beteiligten klar erkennbar sei, der städtebauliche Vertrag besonders effizient zur Anwendung komme. Dies gewährleiste die Finanzierung der Baulanderschließung und führe zu einer Dämpfung der Bodenpreisentwicklung. Die Gemeinden seien von daher aufgerufen, von diesen Möglichkeiten verstärkt Gebrauch zu machen.

"Kommunales Baulandmanagement ist eine Zukunftsaufgabe in den Städten. Mit dem vorhandenen städtebaurechtlichem Instrumentarium kann diese Aufgabe kraftvoll angegangen werden und bietet ein breites Betätigungsfeld für die Kommunen und privaten Investoren", betonte Großmann abschließend.

Bürgerservice | Pressemitteilung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise