Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HIV-Therapie würde in Südafrika 1,2 Mio. Todesfälle verhindern

28.03.2008
Versorgung mit Medikamenten alleine reicht nicht aus

Eine flächendeckende Versorgung der HIV-Erkrankten in Südafrika mit antiretroviralen Medikamenten könnte alleine in den nächsten fünf Jahren mehr als 1,2 Mio. Aids-Tote verhindern. Zu diesem Schluss kommt die Forscherin Rochelle Walensky in einer Studie des Massachusetts General Hospitals.

In Südafrika sind 19 Prozent der Erwachsenen zwischen 15 und 49 Jahren infiziert. Von den fünf bis sechs Millionen Patienten erhält jedoch nur ein Drittel geeignete Versorgung. "Andere Schätzungen gehen sogar nur von zehn Prozent aus", so Andreas Wenzel, Afrika-Experte der Caritas, auf Anfrage von pressetext. "Es reicht jedoch nicht aus nur Medikamente zur Verfügung zu stellen. Es ist notwendig, in einem ganzheitlichen Ansatz das gesamte Gesundheitssystem zu verbessern."

Walensky appelliert mit ihrer Studie an die US-Regierung, den Emergency Plan for AIDS Relief (PEPFAR) weiterhin durchzuführen. Aus dem PEPFAR und dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria finanzieren die jeweiligen Regierungen die Medikamente für ihre Bürger. Sollte bis 2011 jeder Erkrankte mit Medikamenten versorgt sein, könnten 1,2 Mio. Leben verlängert werden. Würde das Programm bereits jetzt vollständig umgesetzt, könnten die erwarteten 2,4 Mio. Todesfälle gar auf 800.000 reduziert werden, so Walensky. Doch auch wenn ausreichend Medikamente zur Verfügung stünden, sei das nur der erste Schritt in der Bekämpfung des Problems, erklärt Wenzel.

... mehr zu:
»Aids »HIV-Therapie

"Damit die Behandlung effektiv ist, müssen die antiretroviralen Medikamente regelmäßig eingenommen werden, ansonsten wird der Körper resistent und die Menschen sterben", so der Afrika-Experte. "In dünn besiedelten Gebieten ist es aber nicht einfach die Erkrankten regelmäßig über viele Kilometer zur nächsten Krankenstation zu bekommen." Zudem belasteten die Medikamente den Körper schwer. "Die antiretrovirale Therapie ist mit einer niedrigdosierten Chemotherapie vergleichbar. Die Behandlung muss deshalb mit einer ausgewogenen Ernährung einhergehen, die oft nicht gewährleistet ist." Paradox sei, dass viele Patienten freiwillig auf die Einnahme der Medikamente verzichteten, so Wenzel. "In Südafrika bekommen AIDS-Kranke einen gewissen Betrag an Sozialhilfe. Wenn sich ihr Zustand durch die Behandlung bessert, verlieren sie die Zuschüsse wieder. Hier wird ein Anreizsystem geschaffen, die Medikation zu verweigern."

Mit der Finanzierung der antiretroviralen Medikamente ist erst ein Teil der Kosten der Behandlung gedeckt. "Laut unseren Rechnungen kosten die Medikamente für ein Jahr 300 Dollar. Die gesamte Behandlung inklusive Begleitkosten kommt jedoch auf fast 800 Dollar", so Wenzel. Außerdem fehle Geld für die Behandlung sogenannter opportunistischer Krankheiten, die aufgrund des geschwächten Immunsystems ausbrechen. "Während die antiretroviralen Medikamente finanziert werden, fehlt Geld für andere Arzneien oder Verbände."

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.massgeneral.org
http://www.caritas.org

Weitere Berichte zu: Aids HIV-Therapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise