Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hält die Bionik, was sie verspricht?

27.03.2008
IÖW-Studie gibt umfassenden Einblick in einen faszinierenden Technologiebereich

„Bionik“ heißt derzeit der leuchtende Stern am Wissenschafts- und Technologiehimmel. Bionische Lösungen – also Lösungen, die sich an der Natur orientieren – gelten gemeinhin als raffiniert, ökologisch angepasst und risikoarm. Doch in wie weit kann die Bionik dieses Versprechen auch tatsächlich einlösen?

Forscher vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Universität Bremen haben die Entwicklung dieses gar nicht so neuen Wissenschaftszweigs in einem Forschungsprojekt aufgearbeitet und nach den Trends und Potenzialen des „Lernens von der Natur“ gefragt. Die Ergebnisse liegen jetzt als Buch vor.

„Bionik fasziniert und weckt Hoffnungen. Und das zu Recht: Die Jahrmillionen währende Optimierung führt in der Natur zu angepassten, ökologisch optimalen Lösungen. Eine Technologie, die sich an den Erfolgskriterien der Evolution orientiert, ist eine vielversprechende Alternative zu nicht-angepassten Technologien“, erklärt Ulrich Petschow, Projektverantwortlicher am IÖW. Doch warnt er vor einer unkritischen Begeisterung für alles, was bionisch ist. „Man sollte die Bionik als Leitbild betrachten, nicht als Label. Jede technologische Innovation muss für sich geprüft werden, das gilt natürlich auch für bionische Entwicklungen. ‚Gut gemeint’ heißt leider auch hier nicht unbedingt ‚gut gemacht’“, so Petschow weiter.

... mehr zu:
»Bionik »Evolution

Für eine Bewertung des Bionischen Versprechens arbeitete das Forscherteam sieben Prinzipien heraus: Erfolgsfaktoren der biologischen Evolution, die als Leitvorstellung für eine nachhaltige Technik gelten können. Hierzu zählen neben Solarem Wirtschaften auch die Nutzung von Vorhandenem und Ressourceneffizienz, Redundanz/Modularität (Vielfalt auf der Basis sich wiederholender Strukturen) sowie Selbstorganisation, das heißt das selbstständige Herausbilden komplexer Strukturen. Für die Forscher steht fest: Je mehr dieser Kriterien eine Innovation erfüllt, desto eher ist das Bionische Versprechen erfüllt. Die Frage, ob die Bionik hält, was sie verspricht, kann also nur auf den Einzelfall bezogen beantwortet werden.

Das Buch ist ein Ergebnis des Forschungsprojektes "Potenziale und Trends der Bionik", das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse gefördert wurde. Es bietet eine Heranführung an das Thema Bionik. Neben einer Begriffsklärung werden auch die aktuellen Trends, kurz- und langfristige Perspektiven sowie die Stärken und Schwächen vorhandener Netzwerke aufgedeckt. Außerdem loten die Forscher Treiber und Hemmnisse für bionische Innovationen aus und entwickeln Lösungsansätze für eine erfolgreiche Entwicklung und Durchsetzung von Bionik.

Das Buch ist kostenlos und kann – solange es verfügbar ist – gegen eine Versandkostenpauschale von 2,60 € beim IÖW bestellt werden. Eine englische Übersetzung der Studie ist geplant.

Arnim von Gleich, Christian Pade, Ulrich Petschow, Eugen Pissarskoi: Bionik – Aktuelle Trends und zukünftige Potentiale. Eigenverlag, Berlin/Bremen 2007. 234 Seiten. ISBN 978-3-932092-86-2.

Bestellungen:

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung - Vertrieb
Margarete Fischer
Potsdamer Str. 105
10785 Berlin
Fax: 030/882 54 39
vertrieb@ioew.de

Kontakt:
Dipl. Volkswirt Ulrich Petschow
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
Tel.: 030/884 59 4-0
ulrich.petschow@ioew.de
Prof. Dr. Arnim von Gleich
Universität Bremen
Tel.: 0421/218 2844
gleich@uni-bremen.de

Marius Kokert | IÖW
Weitere Informationen:
http://www.ioew.de

Weitere Berichte zu: Bionik Evolution

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten