Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geld macht glücklich, wenn man es hergibt

25.03.2008
Soziale Ausgaben sorgen für großes Glücksgefühl

Einer neuen Studie zufolge macht Geld glücklich - und zwar umso glücklicher, je mehr man davon wieder hergibt. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam der University of British Columbia in Vancouver im Wissenschaftsmagazin Science. Mehr als 600 US-Amerikaner wurden dazu befragt. Sie gaben an, rund zehn Prozent des monatlichen Einkommens für "prosoziale Zwecke" auszugeben. Gemeint sind damit kleine Geschenke für andere oder Spenden für Ärmere.

"Wir haben schon verstanden, dass Glücklichsein und Geld miteinander zu tun haben", meint Robert Biswas-Diener, Psychologe am Center for Applied Positive Psychology in Coventry. Biswas-Diener hatte nicht an der Untersuchung mitgearbeitet, allerdings in früheren Untersuchungen festgestellt, dass je mehr Geld Menschen zur Verfügung haben, umso glücklicher werden sie. "Der nächste Schritt ist dann die Frage, wie viel Glück man mit Geld kaufen kann und vor allem auch wie", meint der Psychologe. Genau das wollte die Psychologin Elizabeth Dunn mit ihren zwei Kollegen herausfinden. Dazu wurden die Probanden nach ihrem Einkommen befragt und darüber, wie sie ihr Geld ausgaben und wie glücklich sie waren. Das Ergebnis war, dass ein Dollar für andere ebenso glücklich machte, wie ein Dollar Mehrverdienst.

In einem weiteren Schritt verglichen die Forscher dann die Zufriedenheit von 16 Angestellten vor und nach einer Gehaltserhöhung. Auch hier waren jene, die mehr Geld ihres zusätzlichen Gehalts für andere ausgeben, deutlich glücklicher. Die Psychologen stellten sich daraufhin die Frage, ob das Einladen der Freunde tatsächlich glücklicher mache oder ob glückliche Menschen mehr Geld für ihre Freunde ausgaben. Dazu wurde 46 College-Studenten ein Kuvert mit einem Fünf- oder einem 20-Dollar-Schein ausgehändigt. Die Forscher sagten ihnen, das Geld entweder für eigene Zwecke oder mit Freunden auszugeben. Am Ende des Tages wurden die Studenten erneut befragt. Das Ergebnis war auch hier wieder deutlich: Je mehr die Probanden für andere hergaben, desto glücklicher waren sie. Der Betrag spielte dabei keine Rolle.

... mehr zu:
»Psychologe

"Wir sprechen jetzt nicht von Bill Gates und Millionen-Dollar-Spenden, sondern von kleinen Geldbeträgen", erklärt Dunn. Die Untersuchung findet auch Biswas-Diener sehr interessant. Natürlich könne man jetzt keinen Rückschluss daraus ziehen, wie viel Geld jemand hergeben muss, um den Glücklichkeitsfaktor zu optimieren. "Es wäre interessant festzustellen, ob das auch für reiche Menschen gilt", meint der Psychologe. Eine Studie des Center on Philantrophy an der Indiana University vom vergangenen Dezember habe deutlich gemacht, dass ärmere Menschen einen größeren Prozentsatz ihres jährlichen Einkommens für soziale Zwecke ausgeben als reiche. Wie glücklich sie deshalb sind, war allerdings nicht Gegenstand der Untersuchung. Weltweit gesehen, gehören die US-Amerikaner zu den spendenfreundlichsten Menschen überhaupt - werden sie allerdings nach ihrer Zufriedenheit befragt, rangieren sie deutlich hinter Ländern wie Niederlande oder Großbritannien.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ubc.ca
http://www.cappeu.org
http://www.iupui.edu

Weitere Berichte zu: Psychologe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten