Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Alte" Blutkonserven können zu Komplikationen führen

20.03.2008
Nach zwei Wochen Lagerung wird Blut für Herzpatienten riskant

Wie lange Spenderblut vor der Transfusion bereits gelagert war, könnte Auswirkungen auf die gesundheitlichen Folgen für den Empfänger haben, vermuten US-Forscher der Universität von Kalifornien.

Eine neue Studie unterstützt die Annahme, dass Spenderblut mit der Zeit verdirbt und der gesetzliche Rahmen von sechs Wochen maximaler Lagerzeit zumindest für manche Patienten zu weit gefasst sein könnte. War die Blutkonserve bereits älter als zwei Wochen erhöhte sich bei den untersuchten Patienten die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen oder Tod in den folgenden zwölf Monaten.

Auch in Österreich dürfen Blutkonserven maximal 42 Tage bzw. sechs Wochen gelagert werden. Ein Diskussion über eine Verkürzung der Frist gäbe es nicht, heißt es aus Arztkreisen auf Anfrage von pressetext.

... mehr zu:
»Bluttransfusion »Komplikation

Die Studie würde die Debatte in den USA jedoch nicht beenden, so Forscher John Adamson. Die Untersuchung beschränkt sich auf Patienten, die am Herzen operiert wurden und ist deshalb nicht repräsentativ für alle Eingriffe. Weitere, kleine Studien würden jedoch Hinweise darauf geben, dass sich auch bei anderen Erkrankungen älteres Blut negativ auswirke. Doch auch Forschungsleiterin Colleen Gorman Koch drängt noch nicht auf eine sofortige Gesetzesänderung. Weitere umfassende Studien würden bereits durchgeführt, die ausreichend Beweise für eine Entscheidung liefern könnten.

Die Forscher werteten die Daten von 6.000 Patienten aus, die während Bypass- oder Herzklappenoperationen Bluttransfusionen erhalten hatten. Etwa die Hälfte erhielt Blut, das höchstens 14 Tage gelagert worden war, die anderen bekamen älteres Blut, das durchschnittlich 20 Tage zuvor gespendet worden war.

Die Überlebensrate im ersten Jahr lag bei letzteren bei 89 Prozent, während Patienten mit "frischem" Blut zu 93 Prozent überlebten. Auch die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen zeigte einen deutlichen Unterschied. Das mediane Alter der Patienten lag bei 70 Jahren. Viele von ihnen litten zusätzlich unter anderen Erkrankungen.

Die Ergebnisse unterstreichen kleinere Studien über Krebsoperationen in Dänemark und Spanien, Blutvergiftungen in Kanada und Trauma-Patienten in Colorado. Jede der Untersuchungen zeigte eine höhere Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Komplikationen bei Patienten, die älteres Blut erhalten hatten. Bei etwa der Hälfte aller Herzoperationen würden Bluttransfusionen eingesetzt, so die Forscher. Einige Krankenhäuser hätten jedoch bereits Schritte eingeleitet, um das Ausmaß der Transfusionen zu minimieren.

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucsd.edu

Weitere Berichte zu: Bluttransfusion Komplikation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie