Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wohnsituation hat Einfluss auf Übergewicht

17.03.2008
Bildungsschwachen Menschen fehlt oft Bewusstsein für gesunde Ernährung

Die Einkommens- und Wohnsituation hat großen Einfluss darauf, ob ein Mensch übergewichtig ist oder nicht. Diesen Schluss ziehen kanadische Wissenschaftler der Universität von Alberta nach der Untersuchung hunderter Studien aus Nordamerika. "Es gibt zahlreiche Zusammenhänge zwischen sozialer Ungleichheit und Gesundheit und das bezieht sich natürlich auch auf Ernährung und Übergewicht," bestätigt Christoph Hörhan vom Fonds Gesundes Österreich auf Anfrage von pressetext.

"Als wir die Daten auswerteten erkannten wir zum Beispiel, dass in Wohngegenden mit niedrigeren Einkommen eher kalorienreiches Essen wie Fast Food angeboten wird und Supermärkte oder andere Geschäfte, die gesundes Essen verkaufen, weniger oft vertreten sind", so Forschungsleiterin Kim Raine. Das Einkommen wirke sich außerdem darauf aus, welche Nahrung Menschen sich leisten könnten. Untersuchungen zeigten jedoch, dass gesundes Essen nicht wirklich teurer sei, erklärt Höhrhan. "Das Problem ist, dass bildungs- und einkommensschwachen Menschen oft das Bewusstsein für gesunde Ernährung fehlt."

Doch noch weitere Faktoren für Fettleibigkeit hängen mit dem Wohnort der Menschen zusammen. So zeigte sich, dass Nachbarschaften die sich für Spaziergänge eignen oder spezielle Freizeitanlagen bieten, ihren Bewohnern einen gesunden Lebenstil erleichtern. In einkommensschwachen Gegenden fänden sich diese Möglichkeiten seltener. "Es geht hier auch um psychosoziale Faktoren", gibt Hörhan zu Bedenken. "Arbeitslose haben oft Probleme mit Stigmatisierung. Manche trauen sich während der üblichen Arbeitszeiten nicht einmal aus dem Haus, aus Angst davor, von den Menschen in ihrer Umgebung als faul oder arbeitsscheu abgestempelt zu werden. Manager hingegen nützen problemlos jedes Zeitfenster für ihren Lieblingssport oder einen Besuch im Fitnessstudio."

... mehr zu:
Ȇbergewicht

Initiativen seien nötig, die Einkommen und Bildung von Menschen und Familien in urbaner Umgebung fördern, um dem Problem beizukommen, so die Forscher. Außerdem sei es wichtig, auch schlechter verdienenden Menschen Zugang zu gesunder Nahrung zu ermöglichen. "Es ist klar, dass es nicht reichen wird Information zu streuen, um den Menschen weiterzuhelfen", meint auch Hörhan. Es gäbe kein Patentrezept, das in jedem Fall wirksam sei. "Wir versuchen die Menschen mit praxisorientierten Projekten in ihren Lebenswelten anzusprechen und gemeinsam mit ihnen Strategien zu erarbeiten, wie sie in ihrem Alltag mehr für ihre Gesundheit tun können."

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ualberta.ca
http://www.fgoe.org

Weitere Berichte zu: Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie