Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welches Volumen hat der Arm?

13.03.2008
Exakte Messung des Armvolumens hilft bei der Krebsbehandlung

Wie misst man wissenschaftlich exakt das Volumen eines Oberarms? Mit diesem Problem wandte sich Thomas T. Braeucker, Facharzt für Allgemeinmedizin und Chirurgie, vor einigen Monaten an den Campus Gummersbach der Fachhochschule Köln. Braeucker wollte untersuchen, wie sich das Armlymph-Ödem (Schwellung des Gewebes) nach einer chirurgischen Brustkrebsbehandlung verändert, wenn die Patientinnen Sport treiben.

Da durch die Operation auch Teile des Lymphsystems mit entfernt werden, kann es zu Komplikationen beim Abfluss der Lymphe, insbesondere nach sportlicher Belastung kommen. In Prof. Dr. Hartmut Bärwolff vom Elektronik-Institut der Fachhochschule Köln fand Braeucker einen kompetenten Partner, der bereits viele Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich Medizintechnik durchgeführt hat - meist in Kooperation mit dem Kreiskrankenhaus Gummersbach.

Prof. Bärwolff gewann die Studenten Stefan Neumann und Benjamin Bock für das Projekt, die als Studienleistung mögliche Messmethoden breit recherchierten und schließlich unter Betreuung von Prof. Bärwolff und Labormitarbeiter Andreas Wagen die optimale Lösung fanden. Ziel war eine Genauigkeit des Messverfahrens von einem Prozent. Als Partner kam im Laufe des Projektes noch Prof. Dr. Franz Klink, Chefarzt der Gynäkologie im Kreiskrankenhaus Gummersbach hinzu. Die Studie und der umfangreiche Projektbericht zeigen, dass ein berührungsfreies Messverfahren, das optoelektronisch mit LED-Lichtvorhängen und Detektoren arbeitet, am besten geeignet ist. Ein solches Gerät wird von der Perot-System Messgeräte GmbH Wuppertal hergestellt und für die Anpassung von Stützstümpfen in der Orthopädie eingesetzt. Durch umfangreiche Messungen und Studien konnte die erforderliche Genauigkeit erreicht werden. Hierzu entwickelten und bauten auch Mitarbeiter der Zentralwerkstatt der Hochschule entsprechende Hilfsvorrichtungen.

Im Fitnesszentrum "Wellcome" in Gummersbach startete daraufhin die eigentliche Studie: Rund 100 Krebs-Patientinnen und Frauen in einer nicht betroffenen Kontrollgruppe wurden vor und nach einer sportlichen Belastung vermessen. "Für eine Reihenuntersuchung war das Gerät schnell und einfach zu bedienen", lobt Arzt Braeucker die Apparatur. Für das Mess-Verfahren gibt es schon weitere Anwendungs-Ideen: In Kooperation mit der Kölner Sporthochschule ließen sich Trainingserfolge beim Muskelaufbau messen. Denkbar ist auch eine Langzeitstudie zu gesundheitlichen Risiken bei sportlicher Betätigung von Krebspatienten allgemein.

Die Fachhochschule Köln ist die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. 16.500 Studierende werden von rund 400 Professorinnen und Professoren unterrichtet. Die zehn Fakultäten bieten mehr als 60 Studiengänge an - jeweils etwa die Hälfte aus den Ingenieurwissenschaften bzw. Geistes- und Gesellschaftswissenschaften: von Architektur über Maschinenbau, Design, Restaurierung, Informationswissenschaft, Sprachen und Soziale Arbeit bis hin zu Wirtschaftsrecht und Medieninformatik. Die Fachhochschule Köln ist eine nach den europäischen Öko-Management-Richtlinien EMAS und dem Internationalen Standard ISO 14001 geprüfte und zertifizierte umweltorientierte Einrichtung.

Weitere Informationen:
Fachhochschule Köln, Campus Gunmmersbach
Manfred Stern
Tel.: 02261/8196-6209; E-Mail: stern@gm.fh-koeln.de

Petra Schmidt-Bentum | idw
Weitere Informationen:
http://www.gm.fh-koeln.de/~baerwolf/labor_html/labor.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise