Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gebildete leben länger

11.03.2008
Nicht alle profitierten vom medizinischen Fortschritt

Während die durchschnittliche Lebenserwartung für besser gebildete US-Bürger in den vergangenen Jahrzehnten angestiegen ist, konnten weniger gebildete Menschen nur in geringem Ausmaß von der Entwicklung profitieren. Forscher der Harvard Universität setzten Statistiken über die Lebensdauer mit Daten über die Ausbildung der Menschen in Zusammenhang und kamen zu diesem Schluss. Zwölf oder mehr Schuljahre bedeuten einen deutlichen Anstieg der wahrscheinlichen Lebensdauer, während die Lebenserwartung weniger gebildeter Menschen von 1981 bis zum Jahr 2000 nur um ein halbes Jahr anstieg.

"Obwohl man weiß, dass bestimmte Gruppen rascher vom medizinischen Fortschritt profitieren, ist es überraschend, dass die Lebenserwartung für weniger Gebildete gleich geblieben ist, während andere Menschen deutliche Steigerungen genießen konnten", so die Co-Autorin Ellen Meara. Einen großen Teil des Unterschieds in der Lebensdauer führen die Wissenschaftler auf das Rauchen zurück. Folgeerkrankungen machen 20 Prozent der Sterblichkeitsrate aus. Andere Studien hatten bereits gezeigt, dass weniger Gebildete das Rauchen weniger oft aufgeben, als höher Gebildete.

"Man möchte glauben, dass alle profitieren, wenn wir als Land gesünder werden", so Forscher David Cutler. Die Studie habe jedoch gezeigt, dass in den vergangenen Jahren einige Teile der Bevölkerung deutlich stärker profitiert hatten. "Es hat etwas von Selbstzufriedenheit, wenn wir messen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung jedes Jahr wächst. Unsere Daten zeigen, dass wir mehr für die Gruppen am Rande der Gesellschaft tun müssen, wenn wir nicht wollen, dass die Schere größer wird."

... mehr zu:
»Rauchen

Auch in Deutschland ist die durchschnittliche Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen. Männer wurden laut Sterbetafel des Statistischen Bundesamtes http://www.destatis.de im Jahr 2000 um fast fünf Jahre älter als noch 20 Jahre zuvor. Frauen lebten etwa vier Jahre länger. Heute liegt die Lebenserwartung bei 76,6 Jahren für neugeborene Jungen und 82,1 Jahre für Mädchen. Nach soziodemografischen Merkmalen wird nicht unterschieden, es zeigt sich jedoch ein moderates Ost-West-Gefälle: Bei den im Westen neugeborenen Jungen ergibt sich mit 76,9 und 75,5 Jahren ein Abstand von 1,4 Jahren gegenüber den neuen Ländern. Bei Mädchen liegt die Differenz lediglich bei 0,3 Jahren.

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.harvard.edu

Weitere Berichte zu: Rauchen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie