Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Cyber-Mobbing erreicht dramatische Ausmaße

11.03.2008
Australien startet umfassende Aufklärungsstudie

Australien startet eine Großoffensive gegen Internet-Mobbing. Da das Problem zunimmt und immer mehr Kinder und Jugendliche Opfer von beleidigenden SMS, E-Mails oder erniedrigenden Fotos im Internet werden, wurde nun seitens der westaustralischen Regierung eine umfassende Studie in Auftrag gegeben. Diffamierungen über Handys und das Internet sind aber auch hierzulande ein ernstes Problem. "Wir haben festgestellt, dass insbesondere das so genannte Cyberbullying in Social Communitys wie dem schuelerVZ deutlich zugenommen hat", bestätigt Thomas Günter, Justiziar bei der Initiative jugendschutz.net, das Problem gegenüber pressetext. Vor allem in Online-Gemeinschaften, die sich explizit auf das schulische Umfeld beziehen, erreiche das Phänomen bedenkliche Ausmaße.

Sowohl Schüler als auch Lehrer gelten als beliebtes Angriffsziel. Schon im vergangenen Sommer forderte daher der deutsche Philologenverband eine Änderung des Telemediengesetzes (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070718025 ) und mehr Rechte für die Opfer von Internet-Mobbing. Die auf fünf Jahre angelegte australische Untersuchung soll nun rund 4.000 Schüler an 40 verschiedenen Schulen miteinbeziehen und letztlich der Aufklärung von Kindern als auch Eltern und Lehrern dienen. Die Behörden wollen dafür 400.000 Dollar investieren, berichtet das Portal Australian IT. Laut Bildungsminister Mark McGowan zählen in Westaustralien mittlerweile bis zu 15 Prozent der Jugendlichen zu den Opfern von Cyber-Mobbing, das nicht selten zu erheblichen psychischen Schäden bei den Betroffenen führt.

Donna Cross, Leiterin der australischen Studie, ist Cyber-Mobbing sogar ein schlimmeres Problem als "herkömmliche" Mobbing-Attacken. Denn durch die Anonymität im Internet bleiben die Täter meist unerkannt. Diese Tatsache wiederum schürt Verfolgungsängste bei den Opfern, die beispielsweise nach Angriffen wieder in die Schule gehen müssen, ohne zu wissen, wer hinter den Mobbing-Aktionen steckt. Dabei müssten die Opfer den Tätern nicht zwangsläufig aus dem realen Leben bekannt sein, ergänzt Günter im pressetext-Interview. "Veröffentlicht ein Nutzer zum Beispiel Fotos, die nicht dem gängigen Ideal entsprechen, oder offenbart außergewöhnliche Vorlieben im Internet, setzt er sich der Gefahr des Cyberbullyings aus." Oft sei es auch der Fall, dass die Mobbing-Opfer in den Communitys gar nichts von der Existenz der diffamierenden Inhalte wüssten und sich daher auch nicht darüber beschwerten, fügt Günter hinzu.

... mehr zu:
»Cyber-Mobbing

Am stärksten verbreitet sind die Internet-Beschimpfungen laut den Experten unter Jugendlichen zwischen elf und 16 Jahren, bei Mädchen sogar zunehmend üblicher als bei Jungen. Die Opfer verschweigen häufig ihr Leid, weil sie gleichzeitig fürchten, ihre Handys oder Computer könnten ihnen weggenommen werden. Die Täter ihrerseits fühlen sich besonders gestärkt, da sie in der Regel keine direkte Konfrontation mit den Opfern eingehen müssen. Schutz vor den Cyber-Attacken scheint bislang schwierig. "Am besten kann man sich schützen, indem man möglichst wenige Daten von sich im Internet preisgibt. Darüber hinaus können Mobbing-Inhalte natürlich beim Provider oder einer Anlaufstelle wie jugendschutz.net gemeldet werden", so Günter abschließend.

Claudia Zettel | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.jugendschutz.net

Weitere Berichte zu: Cyber-Mobbing

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie