Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Testosteron schützt vor Depressionen

04.03.2008
Risiko bei niedrigen Werten rund drei Mal so hoch

Ältere Männer mit niedrigen Werten des männlichen Sexualhormons Testosteron im Blut könnten anfälliger für Depressionen sein. Eine Studie der University of Western Australia hat nachgewiesen, dass die Teilnehmer mit den niedrigsten Werten drei Mal eher depressiv waren als jene mit den höchsten.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von 3.987 Männern über 70 Jahren aus. Die Forschung geht davon aus, dass dieses Hormon die Werte bei entscheidenden Chemikalien im Gehirn beeinflusst. Details der Studie wurden in den Archives of General Psychiatry veröffentlicht.

Frauen bis zum Alter von 65 Jahren leiden laut BBC eher unter Depressionen als Männer. Ab diesem Alter verschwindet der Unterschied zwischen den Geschlechtern nahezu. Die Testosteron-Werte sinken mit fortschreitendem Alter. Die Bandbreite ist jedoch groß. Für die aktuelle Studie stellte jeder der Männer eine Blutprobe zur Verfügung. Zusätzlich nahmen sie an Tests teil, die feststellten, ob sie unter Depressionen litten. Insgesamt wurden 203 Männer als depressiv eingestuft. Sie verfügten über deutlich geringere Werte bei der gesamten Testosteronmenge aber auch beim freien Testosteron, dass nicht an Proteine gebunden ist. Diese Daten wurden in einem weiteren Schritt angepasst und Faktoren wie Ausbildung und der Körperfettanteil berücksichtigt.

... mehr zu:
»Depression »Testosteron

Es zeigte sich, dass jene Männer deren freie Testosterone im unteren Bereich von 20 Prozent lagen, drei Mal wahrscheinlicher depressiv waren als jene die sich im oberen Bereich befanden. Laut den Wissenschaftlern sind weitere Studien erforderlich, um diese Forschungsergebnisse zu bestätigen. Es bestehe jedoch die Möglichkeit, dass eine Verbesserung der Testosteron-Werte ein guter Ansatz zur Behandlung von Depressionen sein könnte.

Eine frühere Studie mit 800 Männern über 50 Jahren hatte ergeben, dass jene mit geringen Testosteron-Werten in einem Zeitraum von 18 Jahren über ein um 33 Prozent erhöhtes Sterberisiko verfügten. Sie schienen eher einer Reihe von Risikofaktoren ausgesetzt zu sein, die mit kardiovaskulären Erkrankungen und Diabetes in Zusammenhang stehen.

Es könnte also sein, dass bei niedrigeren Hormonwerten Depressionen eher auftreten und diese Männer auch eher in einem schlechteren Gesundheitszustand sind. Die australischen Wissenschaftler kommen jedoch zu dem Schluss, dass der Zusammenhang damit nicht vollständig erklärt sei. Weitere Faktoren müssten ebenfalls eine Rolle spielen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uwa.edu.au
http://archpsyc.ama-assn.org

Weitere Berichte zu: Depression Testosteron

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Ab ins Ungewisse: Über das Risikoverhalten von Jugendlichen
19.01.2017 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie