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Noch 101 Tage zur Europameisterschaft: Die Euro 2008 beeinflusst das tägliche Leben

27.02.2008
Die Europameisterschaft 2008 beginnt zwar erst in 101 Tagen, doch schon jetzt planen die ÖsterreicherInnen den Alltag während der Fußballspiele.

Eine aktuelle Studie der Universität Wien untersuchte, wie die Bevölkerung die Euro-Zeit verbringen wird. So rechnet beispielsweise jeder zweite Befragte mit einem Streit um das Fernsehprogramm.

Urlaub für die Euro

Konsumentenforscher Claus Ebster und Sportmarketing-Experte Reinhard Grohs vom Lehrstuhl für Marketing der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Wien führten eine repräsentative Befragung von 1.500 KonsumentInnen durch. Dabei stellten sie fest, dass die Euro 2008 die Bevölkerung erheblich beeinflussen wird: Elf Prozent der Befragten gaben an, sich für die Euro Urlaub nehmen zu wollen, 37% werden sich ihren Tagesablauf nach den Spielen der Europameisterschaft einteilen. Acht von zehn KonsumentInnen werden die Euro verfolgen, ein Viertel der Befragten sogar täglich. Ebenfalls ein Viertel der Befragten plant die Fanmeile zu besuchen, das wären insgesamt immerhin rund 400.000 WienerInnen. "Die soziale Komponente der Euro ist kaum zu unterschätzen. Alles deutet darauf hin, dass die Euro Arbeit und Privatleben der ÖsterreicherInnen quer durch alle Schichten beeinflussen und auch zu einem gesellschaftlichen Ereignis werden wird. Trotzdem ist die Sorge über allzu große Produktivitätsverluste während der Euro-Zeit unbegründet. Das Minus in der Produktivität wird durch das Konsumplus mehr als ausgeglichen werden", meint Reinhard Grohs Sportmarketing-Experte der Universität Wien.

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Euro-Gegner: Eine lukrative Marktnische

Aber es gibt auch sie: Personen, die sich für die Euro 2008 nicht interessieren oder ihr sogar negativ gegenüber stehen. 23% der Befragten planen, die Europameisterschaft überhaupt nicht zu verfolgen; 37% wollen Orte sogar meiden, wo sie auf Fans treffen könnten. Der typische Euro-Gegner ist übrigens weiblich, älter als 45 und hat eine Pflichtschulbildung. "Jenes Viertel der Österreicher, das sich absolut nicht für die Euro interessiert, lässt sich nicht mehr umstimmen. Allerdings sind spezielle Freizeitangebote für Euro-Verweigerer sicher eine lukrative Marktnische", so Claus Ebster, Konsumentenforscher der Universität Wien.

Auswirkungen auf das Beziehungsleben

Über 50% der Befragten rechnen mit mehr Streit über das Fernsehprogramm aufgrund der Euro. Ebenso befürchten fast 50%, dass die Zeit für den Partner oder die Partnerin durch die Euro weniger werden wird. Zusätzlich wird die Euro nach Einschätzung der ÖsterreicherInnen zu weniger Sex (30%, im Vergleich zu 14%, die mit mehr Sex rechnen) und vermehrten Beziehungskrisen führen (33% im Vergleich zu 10%, die mit weniger Beziehungskrisen rechnen). Wenig überraschend ist, dass sich Fußballfans generell weniger Sorgen um ihr Beziehungsleben machen.

Der Euro-Wirkung sind aber auch Grenzen gesetzt: Trennungen und Scheidungsraten werden laut Meinung der ÖsterreicherInnen von der Euro unbeeinflusst bleiben.

Rückfragehinweise:

Univ.-Doz. Dr. Claus Ebster
Lehrstuhl für Marketing
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Universität Wien
T +43-1-4277-380 17
M +43-650-710 27 86
claus.ebster@univie.ac.at
Dr. Reinhard Grohs
Lehrstuhl für Marketing
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Universität Wien
T +43-1-4277-380 23
M +43-676-300 19 74
reinhard.grohs@univie.ac.at

Veronika Schallhart | idw
Weitere Informationen:
http://marketing.univie.ac.at/index.php?id=presse

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