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Langzeit-Studie bestätigt: Gen-Diagnose rettet vor Brustkrebs

06.06.2002

Das einfache Erkennen einer Brustkrebs-Mutation aus einem Blutstropfen oder einer Speichelprobe gibt den betroffenen Frauen und ihren Ärzten die Möglichkeit, das tatsächliche Auftreten der Erkrankung auf ein Viertel zu reduzieren. Was bisher begründete Hoffnung der Gen-Therapie war, ist erstmals durch handfeste Daten aus einem Beobachtungszeitraum von sechs Jahren bestätigt worden. In einer Risikogruppe von 98 Frauen ist nur bei drei wirklich Brustkrebs entstanden. Gleichzeitig kam es bei insgesamt dreizehn Frauen aus einer kleineren Vergleichsgruppe (72 Personen), die sich trotz der Hinweise nicht zu ärztlichen Maßnahmen entschlossen hatten, im Verlauf zu Krebserkrankungen. Die soeben im The New England Journal of Medicine veröffentlichten Ergebnisse wertet Professor Dr. med. Matthias Schönermark, Vorstandsvorsitzender der MWG-Biotech AG, als wegweisende Bestätigung: "Die Erforschung und Behandlung von schweren Erkrankungen mit Hilfe der Gen-Diagnostik ist auf dem richtigen Wege." Die MWG AG zeigt auf sogenannten Bio-Chips auffällige Gen-Mutationen sowohl für die Grundlagenforschung wie künftig auch für die Gen-Diagnose und die Gen-Therapie auf.

Der Onkologe Noah D. Kauff von der Massachusetts Medical Society berichtet Ergebnisse einer Überwachung von 170 Frauen mit der festgestellten Brustkrebs-Mutation BRCA (Breast Cancer) 1 und BRCA 2. Das Alter der Patientinnen betrug 35 Jahre und älter. Nur wenige Statistiken haben bisher die These untermauert, daß das Auftreten von hormonabhängigem Brustkrebs verhindert werden kann, wenn die Trägerinnen dieser Mutationen vorsorglich die Gebärmutter entfernen lassen. 98 Frauen entschieden sich für die Operation. Nur bei drei von ihnen entwickelte sich tatsächlich Brustkrebs. Die übrigen 72 Frauen lehnten die Gebärmutterektomie ab. Bei ihnen wurden in der Folge acht Fälle von Brustkrebs und fünf weitere Krebserkrankungen diagnostiziert. Damit wurde eine hohe Übereinstimmungsrate von Mutation und drohender Erkrankung nachgewiesen. Diese auffälligen Gen-Hinweise werden schon bald aus einem Speicheltest zu eruieren sein, bestätigt Professor Dr. med. Matthias Schönermark auf Anfrage. Ein weiterer Schritt zum lebensrettenden Gen-Test für alle.

Prof. Dr. Matthias Schönermark | ots

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