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Bankkrisen gefährden die Gesundheit

26.02.2008
Anzahl der Herzanfälle steigt jedes Mal signifikant

Sollten sich Krisen wie die der Hypothekenbank Northern Rock auch bei anderen Geldinstituten in Großbritannien wiederholen, drohen tausende weitere Herzanfälle. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Cambridge gekommen. Das Team um David Stuckler untersuchte, wie Bankkrisen die Gesundheit in den letzten 40 Jahren beeinflusst haben. Damit ist diese Studie eine der ersten, die den Zusammenhang zwischen diesen beiden Ereignissen untersucht. Traf eine Bankkrise ein westliches Land, stieg die Anzahl der Herzanfälle um 6,4 Prozent. Laut der in Globalization and Health veröffentlichten Untersuchung waren diese Zahlen in den Entwicklungsländern noch höher.

Die Wissenschaftler untersuchten eine Reihe von Ereignissen zwischen 1960 und 2002. Dazu gehörten auch der amerikanische Savings and Loan-Skandal aus dem Jahr 1985 und die schwedische Finanzkrise Anfang der neunziger Jahre. Anschließend wurden die Sterbezahlen der WHO http://www.who.int für diesen Zeitraum einbezogen. Die Herztode stiegen regelmäßig für einen kurzen Zeitraum bei jedem dieser Ereignisse an. Legt man diese Erkenntnisse auf Großbritannien um, so bedeuten weitere Krisen wie Northern Rock, dass es zu fünftausend weiteren tödlichen Herzanfällen kommen könnte. Ältere Menschen, die von vorne herein einem höheren Herzrisiko ausgesetzt sind, würden sich auch am ehesten durch die Bedrohung ihrer Ersparnisse gefährdet fühlen. Derzeit sterben laut BBC allein in Großbritannien rund 60.000 Menschen vorzeitig an einer kardiovaskulären Erkrankung.

In Ländern wie Indien könnte die Kombination eines schlechteren Regulierungssystems bei Banken und einer schlechteren Gesundheitsversorgung noch mehr Todesopfer fordern. Die Forscher halten einen Anstieg bis auf 26 Prozent für denkbar. Laut Stuckler legten diese Studienergebnisse nahe, dass bei einer Bankkrise mehr als nur finanzielle Faktoren berücksichtigt werden müssen. "Es geht nicht nur um das Geld." Das Verhindern von Hysterie und Panik seien nicht nur für das Verhindern einer Bankkrise wichtig. Damit könnten potenziell auch Tausende Todesfälle verhindert werden. Es ist seit langem bekannt, dass Stress die Aktivität im Herzen erhöht. Der Blutfluss wird maximiert damit der Körper rasch reagieren kann. Welche genaue Rolle Stress bei der Entstehung einer Erkrankung spielt, ist derzeit noch nicht geklärt.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.northernrock.co.uk
http://www.cam.ac.uk
http://www.globalizationandhealth.com

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