Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Studie am Institut für Diabetesforschung in München

21.02.2008
Postpartale Intervention bei Gestationsdiabetikerinnen unter Insulintherapie - die PINGUIN Studie

Hilfe für Schwangerschaftsdiabetikerinnen

Erkranken Frauen während ihrer Schwangerschaft an einem Insulin pflichtigen Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes), beträgt das Risiko für sie 61 Prozent, in den ersten drei Jahren nach der Geburt einen Typ 2 Diabetes mellitus zu entwickeln.

Hier möchte PINGUIN eingreifen.

PINGUIN ist deutschlandweit die erste Placebo-kontrollierte Präventionsstudie zum Typ 2 Diabetes nach einem Schwangerschaftsdiabetes. Durch die Einnahme von Vildagliptin (Galvus®) wird der Abbau des körpereigenen Hormons Glucagon-like-peptide 1 (GLP-1), das für die Insulinausschüttung während der Nahrungsaufnahme zuständig ist, gehemmt. Bleibt GLP-1 länger im Blut, wird die Insulinausschüttung angekurbelt, mit dem positiven Effekt, dass der Blutzuckerhaushalt ausgeglichen wird.

Kürzlich konnte für den Typ 2 Diabetes gezeigt werden, dass vermutlich auch eine Entzündung in der Bauchspeicheldrüse am Krankheitsprozess beteiligt ist. Im Tierversuch hat man festgestellt, dass Vildagliptin diese Entzündung heilen kann. Es ist davon auszugehen, dass Vildagliptin auch bei dieser Hochrisikogruppe der Gestationsdiabetikerinnen eine regenerative Wirkung auf die Insulin produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse hat. Dieser Erfolg soll den Teilnehmerinnen dieser Untersuchung zugute kommen. Vildagliptin ist seit September 2007 in Europa zur Behandlung des Typ 2 Diabetes zugelassen. Ziel dieser Untersuchung ist es, mit dem Wirkungsprofil von Vildagliptin die Entwicklung zum Typ 2 Diabetes zu verhindern.

Zur Therapie im Rahmen der PINGUIN Studie gehört neben der Einnahme von Vildagliptin auch eine intensive Beratung zu Ernährung und körperlicher Aktivität. Da Übergewicht als einer der Hauptauslöser für Typ 2 Diabetes gilt, ist es wichtig, neben der medikamentösen Behandlung auch diesen Aspekt im Blick zu behalten.

Wir möchten die Chance nutzen, diese jungen Frauen vor dem Typ 2 Diabetes zu schützen und hoffen, dass dies ein zukunftsweisender Präventionsansatz ist, so Frau Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler, Leiterin des Instituts für Diabetesforschung in München.

Die Behandlung mit Vildagliptin ist ganz einfach. Der Wirkstoff muss in Form einer Tablette einmal täglich am Morgen eingenommen werden. Da Vildagliptin nur in Verbindung mit einer Mahlzeit wirkt, ist die Gefahr einer Unterzuckerung verschwindend gering.

Mitmachen können alle Schwangerschaftsdiabetikerinnen, die

· während ihrer letzten Schwangerschaft einen Insulin pflichtigen Schwangerschaftsdiabetes hatten, nun aber ohne Insulin oder Diät wieder normale Blutzuckerwerte haben
· vor weniger als sieben Monaten entbunden haben
· mindestens 18 Jahre alt sind.
Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos.
Interessierte melden sich am Institut für Diabetesforschung bei
Heike Boerschmann unter der Telefonnummer 089-3068-2917 oder per Mail an: prevent.diabetes@lrz.uni-muenchen.de

Christine Huber | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifdf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Bedeutung von Biodiversität in Wäldern könnte mit Klimawandel zunehmen
17.11.2017 | Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

nachricht Medizinische Innovationen für Afrika
02.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie