Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Larger than life: Computerspiele als Ego-Stütze? - Folgestudie zum Verhältnis von PC-Spielern und ihren Avataren

20.02.2008
In Video- und Computerspielen kann jeder seine Träume ausleben: Als attraktive Action-Heldin Lara Croft, als muskelgestählter Superheld oder als gefeierter Sportstar. Doch was steckt hinter der Wahl von Spielfiguren? Versuchen Spieler ihre eigenen Schwächen mit den Stärken ihres virtuellen Konterfeis zu kaschieren?

Ein aktuelles Forschungsprojekt an der Hamburg Media School unter Leitung der Medienpsychologen Prof. Sabine Trepte und Leonard Reinecke hat ergeben, dass die eigene Lebenszufriedenheit durchaus Einfluss auf die Spielfigur hat.

Video und Computerspiele bieten ihren Nutzern den idealen Rahmen, um den Alltag hinter sich zu lassen und in neue Rollen und fantasievolle Spielwelten einzutauchen. In vielen Spielen können die Nutzer selber über Aussehen, Charakterzüge und Fähigkeiten der eigenen Spielfigur entscheiden.

Doch welche Rolle spielt die Zufriedenheit mit dem eigenen Ich bei der Auswahl von Eigenschaften, mit denen Spieler ihre virtuellen Charaktere ausstatten? Bevorzugen zurückhaltende Personen, die sich über Ihre eigene Schüchternheit ärgern, charismatische Socializer? Und spielen ängstliche Zeitgenossen mit Vorliebe nervenstarke Draufgänger?

Die Studie zeigt, dass die Lebenszufriedenheit einen Einfluss auf die Gestaltung der eigenen Spielfigur hat: Personen, die mit ihrem Leben zufrieden sind, gestalteten im Experiment Avatare, die ihnen relativ ähnlich sind. Die Spielfiguren von unzufriedenen Spielern weisen hingegen deutlich weniger Ähnlichkeit mit den Persönlichkeitsmerkmalen ihrer Erschaffer auf.

Wie stark Spieler und Spielfigur einander ähneln, hängt aber auch vom jeweiligen Spiel ab. Für Spiele wie "Die Sims" oder die virtuellen Welt "Second Life" wählten die Teilnehmer der Studie Avatare aus, die Ihnen stärker ähnelten, als dies bei anderen, eher wettbewerbsorientierten Spielen wie "GTA: San Andreas" der Fall war. Während also Onlinewelten wie "Second Life" eher dazu einladen, sich ein virtuelles Ebenbild zu schaffen, ist bei anderen Spielen ein Teil der Eigenschaften der Spielfigur schon durch die Struktur des Spiels bestimmt.

Damit ergänzt die aktuelle Studie die Ergebnisse einer Vorgängerstudie des Forscherteams, in der die Rolle der Anforderungen des Spiels bei der Wahl des Avatars beleuchtet wurde. Das Ergebnis damals: Spieler wollen in erster Linie Erfolg im Spiel. Sie wählen für ihre Spielfigur mit Bedacht die nötigen Eigenschaften aus, um das Spiel erfolgreich zu bewältigen. Die Ergebnisse der neuen Studie offenbaren eine weitere Quelle der Faszinationskraft von Computerspielen: Das Eintauchen in Rollen, die uns die eigenen Schwächen einen momentlang vergessen lassen.

Weitere Informationen zur Studie:
Prof. Dr. Sabine Trepte, Hamburg Media School, Finkenau 35, 22081 Hamburg
Telefon: 040 - 413 468 - 26
Telefax: 040 - 413 468 - 10
E-Mail: s.trepte@hamburgmediaschool.com

Sabine Lucht | idw
Weitere Informationen:
http://www.hamburgmediaschool.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften