Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weniger Kaufabbrüche im Internet

04.06.2002


Kombination von Ladengeschäft und Internet bringt Vorteile für den Handel


Das Konsumverhalten der Käufer im Internet und im Ladengeschäft ist unterschiedlich: Im Geschäft sind mehr Kaufabbrüche zu vermerken als im Internet. Mittlerweile benutzen in Deutschland fast 60 Prozent der Bevölkerung zwischen 14 und 69 Jahren das Internet. Hierdurch wird das Einkaufsverhalten beeinflusst. Darauf weist eine vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Untersuchung von Christian Dach vom Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln hin. Bei fast 30 Prozent aller Internet-Käufe haben sich die Kunden vorher beim stationären Handel in dessen Ladengeschäften informiert und orientiert. Umgekehrt haben die Internet-Nutzer bei ebenfalls knapp 30 Prozent ihrer Ladeneinkäufe vorab Erkundungen im Internet eingeholt.

Im Mittelpunkt der Studie "Vorteile einer Multi-Channel-Strategie: Eine nüchterne Betrachtung" steht die Frage, ob es sich für die Anbieter lohnt, dem offensichtlichen Bedürfnis der Kunden nach einer Kombination von Ladengeschäft und Internet entgegenzukommen. Hierbei hält der Handel beide Vertriebskanäle bereit und verbindet diese ("Multi-Channel-Anbieter"). Laut Christian Dach tätigen Kunden durchschnittlich 10 Prozent ihrer Einkäufe in den Ladengeschäften derjenigen Händler, auf deren Internet-Seiten sie sich vorher orientiert haben. Demgegenüber erfolgen im Durchschnitt nur 2,6 Prozent der Internet-Einkäufe bei denjenigen Händlern, in deren Ladengeschäften sich die Kunden vorab umgeschaut und Rat geholt haben. Viele Internet-Händler sind also "Trittbrettfahrer" von Ladengeschäften, wie die Studie vermerkt. Christian Dach kommt zu dem Fazit, dass Multi-Channel-Anbieter leichte Vorteile gegenüber den One-Channel-Anbietern haben, die nur Ladengeschäfte oder nur Internet-Shopping betreiben.


Die Untersuchung von Christian Dach zeigt weiterhin, dass einzelne Branchen unterschiedlich gut für den Multi-Channel-Vertrieb geeignet sind. In den Warengruppen "CDs/Tonträger", "Bücher" und "Videokassetten/DVDs" kommt den Multi-Channel-Käufen nur unterdurchschnittliche Bedeutung zu. In den Branchen "PC-Zubehör", "Unterhaltungselektronik" und "Möbel" hingegen verfügen Multi-Channel-Anbieter über große Vorteile. Diese Unterschiede führt Christian Dach darauf zurück, dass bei Produkten wie Büchern und CDs vor dem Kauf nur ein verhältnismäßig geringer Informationsbedarf besteht.

Schließlich vergleicht die Studie das Konsumentenverhalten im Internet und im Ladengeschäft. Es wird deutlich, dass im Internet häufiger Geschenke gekauft werden als im Laden. Der Anteil der Impuls- und Gewohnheitskäufe ist im Internet geringer. Fast die Hälfte aller Online-Shopper, so Christian Dach, kaufen nur deswegen im Internet, um dort ein "Schnäppchen" zu machen.

Verantwortlich: Caroline Steingen

Für Rückfragen steht Ihnen Christian Dach unter der Telefonnummer 0221-943607-70, der Fax-Nummer 0221-943607-79 und unter der Emailadresse c.dach@ecc-handel.de zur Verfügung.

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de/

Weitere Berichte zu: Ladengeschäft Multi-Channel-Anbieter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics