Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Übergewicht erhöht das Krebsrisiko

15.02.2008
Krebsrisiko und Körpergewicht sind eng miteinander verknüpft. Das ergibt eine Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern, die am Freitag im renommierten Journal "The Lancet" veröffentlicht wird.

Übergewicht erhöht nicht nur das Risiko für verschiedene Krebsarten, sondern es bestehen auch Unterschiede zwischen Frauen und Männern.

Das Risiko, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, ist bei übergewichtigen Menschen grösser als bei Normalgewichtigen. Ein erhöhter Body Mass Index (BMI) erhöht das Risiko für Speiseröhrenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Nierenkrebs und Darmkrebs bei beiden Geschlechtern deutlich.

Übergewichtige Frauen haben zusätzlich ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs nach der Menopause, Gebärmutterkrebs sowie Krebs der Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse. Bei Männern erhöht Übergewicht das Risiko für schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom). Ausserdem besteht ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und Leukämien sowie Lymphknotenvergrösserungen. In Asien haben übergewichtige Frauen - im Vergleich zu Frauen aus Europa oder Nordamerika - ein besonders stark erhöhtes Brustkrebsrisiko. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer Studie, die das Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern zusammen mit Kollegen aus Manchester am Freitag in "The Lancet" veröffentlichen wird.

Gründe für unterschiedliche Risiken noch unbekannt

Die Studie des ISPM unterstützt und erweitert die Aussagen des Berichts des Weltkrebsforschungs-Fonds ("Food, Nutrition, Physical Activity, and the Prevention of Cancer: a Global Perspective", www.dietandcancerreport.org).

"Über die letzten Jahre wurde zusehends klarer, dass Übergewicht mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergeht. Die Ergebnisse unserer Übersichtsarbeit sind aktueller und detaillierter als die Resultate des WCRF-Reports", sagt Marcel Zwahlen, Leiter der "Research Support Unit" am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern. "So konnten wir erstmals unterschiedliche Risikoerhöhungen bei Frauen und Männern oder für verschiedene Weltregionen feststellen." Die Ursachen für diese unterschiedlichen Risikoerhöhungen sind noch unbekannt, sollen aber weiter untersucht werden.

Grosses Interesse der Krebsliga Schweiz

Die Krebsliga Schweiz nimmt die Ergebnisse der neuen Studie mit grossem Interesse auf. Die Re-sultate bestärken die Krebsliga darin, sich für die Kampagne "5 am Tag" zu engagieren und sich im Rahmen der Krebsprävention für eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung einzusetzen, die zusammen mit genügend körperlicher Aktivität vor Übergewicht schützt und damit beiträgt, das Krebsrisiko zu senken.

Quellenangabe: Andrew G. Renehan, Margaret Tyson, Matthias Egger, Richard F. Heller, Marcel Zwahlen: Body-mass index and incidence of cancer: a systematic review and metaanalysis of prospective observational studies. Lancet 2008;371:569-78

Nathalie Matter | idw
Weitere Informationen:
http://www.dietandcancerreport.org
http://www.krebsliga.ch/broschueren
http://www.5amtag.ch

Weitere Berichte zu: Krebsart Krebsrisiko Präventivmedizin Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten