Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT 2008: Neue Technologien sind wichtigster Wachstumstreiber in deutschen Unternehmen

15.02.2008
Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland wollen 2008 ihr Wachstum mit Hilfe neuer Informations- und Kommunikationstechnologien vorantreiben. Damit zählen diese Innovationen neben der Produktentwicklung und dem Erschließen neuer Märkte zu den wichtigsten Wachstumstreibern.

In der ITK- und Medienbranche setzen sogar acht von zehn Unternehmen auf neue Technologien als Wachstumsmotor. Allerdings gelingt es insgesamt nur etwa jedem zweiten Unternehmen, neue technische Möglichkeiten gut oder sehr gut operativ umzusetzen. Zu diesem Ergebnis kommt der "Managementkompass Wachstumstreiber Technologie" von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut, der im Vorfeld zur CeBIT 2008 erstellt wurde.

Eine wesentliche Ursache für die Schwierigkeiten bei der Nutzung neuer Informationstechnologien für den eigenen Geschäftserfolg sind Defizite im Transformationsmanagement. Denn Voraussetzung für den Erfolg von Technologieprojekten ist ein gemeinsames Geschäftsverständnis von Fach- und IT-Abteilung. IT-Mitarbeiter mit Erfahrung in Fachbereichen können sich besser auf Bedürfnisse der internen und externen Kunden einstellen. Das kommt den Projekten zugute. Umgekehrt sollten auch Mitarbeiter aus den Fachbereichen wissen, wie die unternehmensinterne IT arbeitet, um ein Gefühl für die technologischen Möglichkeiten und deren Grenzen zu bekommen.

Klassische Personalmaßnahmen wie Rotations- und Traineeprogramme fördern diesen Austausch.

Tatsächlich werden die Potenziale in der Wissensförderung der Mitarbeiter aber nur unzureichend ausgeschöpft. Laut Studie erreichen die Befragten im Transformationsmanagement nur 40 von 100 möglichen Punkten. Dieses Ergebnis ist vor allem auf die Angebotsdefizite bei Mitarbeiterschulungen und anderen Unterstützungsmaßnahmen zurückzuführen. Denn wenn es darum geht, die Mitarbeiter mit neuen Technologien vertraut zu machen, dominieren Massenlösungen. 70 Prozent der Unternehmen leisten bei Einführung einer neuen Technologie Unterstützung, indem sie Seminare und andere Gruppenschulungen anbieten. 42 Prozent stellen Informationsmaterial und Handbücher zur Eigenschulung zur Verfügung. Etwas mehr als ein Drittel der Unternehmen nutzt dafür neue Medien wie Intranet, E-Mail oder Telefonhotlines. Nur in jedem vierten Unternehmen gibt es maßgeschneiderte Einzeltutorien. Interaktive E-Learning-Angebote bietet lediglich ein Fünftel der befragten Entscheider an, obwohl sich diese besonders gut auf individuelle Weiterbildungsbedürfnisse zuschneiden lassen und E-Learning gegenüber Einzeltutorien in der Regel einen deutlichen Kostenvorteil hat.

Die Einführung neuer IT-Anwendungen ist immer mit Veränderungen für den Arbeitsalltag der Mitarbeiter verbunden und zieht entsprechenden Aufwand nach sich. Doch dieser Aufwand kann sich durchaus bezahlt machen. In Zukunft wird die Bedeutung von technologischen Neuerungen weiter zunehmen. So schätzt jede dritte Fach- und Führungskraft, dass in fünf Jahren bis zu 50 Prozent des eigenen Umsatzes maßgeblich durch technologische Weiterentwicklungen beeinflusst werden. Vor diesem Hintergrund ist es für Unternehmen besonders wichtig, die strategische Bedeutung von IT zu erkennen.

"Die Anforderungen an die IT müssen mit den Geschäftszielen und den Geschäftsprozessen des Unternehmens in Einklang gebracht werden.

Kernziele sind, Abläufe zu verbessern, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und damit den Unternehmenswert zu steigern", sagt Dr. Joachim Philippi, Partner bei Steria Mummert Consulting. "Es gilt, das Innovationsmanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu steuern."

Technologie eröffnet dabei die Möglichkeit, die Zusammenarbeit - sei es mit Lieferanten, mit Vertriebspartnern oder mit Kunden entscheidend zu verbessern. Strategische Partner tauschen ihre Vertriebs- und Produktionsdaten in Echtzeit aus und geben so beispielsweise den Zulieferern die Chance, sich schnell auf Bedarfsänderungen beim Endkunden einzustellen. "Der IT-Manager wird damit als Innovationsmanager ein strategischer Partner der Geschäftsführung", ergänzt Philippi. "Unternehmen können hier von der Automobilindustrie, aber auch vom Handel lernen. Damit der IT-Entscheider mehr Freiraum für strategische Projekte gewinnt, ist zudem zu prüfen, ob eine Auslagerung bestimmter operativer Tätigkeiten sinnvoll ist."

Innovationen zum Durchbruch zu verhelfen, ist demnach eine Frage der Technik, vor allem aber auch der Organisation und der Kreativität. Das Potenzial wird hier bei weitem nicht ausgeschöpft: Mit 50 von 100 möglichen Punkten erreicht das Innovationsmanagement in den Unternehmen gerade einmal die Hälfte des maximal Möglichen.

Wesentlich besser sieht es bei den befragten Unternehmen im Prozessmanagement aus. Hier werden immerhin 66 von 100 möglichen Punkten erzielt. Vor allem Finanzdienstleister (75 Punkte) und Unternehmen aus dem Gesundheitssektor (71 Punkte) schneiden in dieser Managementdisziplin gut ab. Ihnen gelingt die Integration neuer Technologien in die vorhandenen Prozesse am besten.

Eine Fokussierung auf das Überführen entwickelter Technologien in das operative Geschäft kann sich positiv auf die Umsatzzahlen auswirken. Etwa jedes vierte befragte Unternehmen, das 2007 nach eigenen Angaben zu den Umsatzgewinnern zählte, war auch bei der Integration neuer Technologien in die laufenden Geschäftsabläufe überdurchschnittlich erfolgreich. Ein Drittel der Umsatzverlierer gibt dagegen an, noch Defizite im Innovationsmanagement zu haben.

Hintergrundinformationen
Der Managementkompass Wachstumstreiber Technologie bietet Kompaktwissen für Manager, indem er zeigt, wie Unternehmen ihre Abteilung als strategischen Geschäftsbereich neu ausrichten können, um das technologische Wachstumspotenzial systematisch zu nutzen. Er beinhaltet zudem die wichtigsten Ergebnisse der gleichnamigen Potenzialanalyse. Mittels einer Online-Befragung vom 20. November bis zum 23. November 2007 wurden 360 Fach- und Führungskräfte aus allen Branchen der deutschen Wirtschaft befragt.

Roland Heintze | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

nachricht Enterprise 2.0 ist weiterhin bedeutendes Thema in Unternehmen
03.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie