Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie: Zusammenarbeit mit Biotech-Unternehmen eröffnet Pharmamittelstand neue Chancen

04.06.2002

Vor allem durch die Zusammenarbeit mit Biotechnologie-Unternehmen kann sich die standortgebundene mittelständische Pharmaindustrie in Deutschland für die Zukunft optimal positionieren und dem nationalen und internationalen Druck standhalten. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse einer Studie zu den Kooperationsmöglichkeiten zwischen mittelständischer Pharmaindustrie und Biotechnologie-Unternehmen, die der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) gemeinsam mit der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young (CGE&Y) auf der Grundlage einer empirischen Erhebung erstellt hat.

Der Erfolg des pharmazeutischen Mittelstandes, so lautet das Fazit der Studie, wird mehr und mehr davon bestimmt sein, wie sehr ein Unternehmen willens und fähig ist, Partner einzubinden. Ein solches Netzwerk eint ein gemeinsames Ziel: Innovative und spezifische Produkte zum Wohl der Patienten erforschen, entwickeln, produzieren und vermarkten. Aufgrund ihrer Erfahrungen in Entwicklung, Zulassung und Vermarktung von Arzneimitteln sind die mittelständischen Pharmaunternehmen für die Rolle des Koordinators prädestiniert.

Doch noch herrscht bei der Mehrzahl der mittelständischen Unternehmen, die mit einem Anteil von 90 Prozent die Branche dominieren, eine deutliche Zurückhaltung. Wie die Studie herausgefunden hat, sieht bislang nur rund ein Drittel der Unternehmen in der Zusammenarbeit mit Biotechs eine Chance und ist zu Investitionen bereit.

Die meisten Unternehmen setzen auch künftig auf ihre eingeführten und bewährten Produkte. Dabei mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Wettbewerbsposition der deutschen Pharmaindustrie, die sich in langer Tradition weltweit etabliert hat, im internationalen Vergleich sinkt und Deutschland als Standort für Arzneimittelforschung und -entwicklung an Bedeutung verliert.

Denn der auf der mittelständischen Pharmaindustrie lastende Druck wird mit jedem Jahr größer. Die Ursachen dafür: Steigender Konkurrenzkampf, auslaufende Patentschutzzeiten, steigende Entwicklungskosten sowie ein wachsender Preisdruck aufgrund gesundheitspolitischer Maßnahmen, die unternehmerisches Planen und Handeln erschweren.

Zusätzlich wird die Fülle neuer Erkenntnisse aus den Biowissenschaften und den daraus in der jungen Biotech-Branche entwickelten Verfahren und Methoden die gesamte pharmazeutische Industrie zur strategischen Neuausrichtung zwingen. Das stellt insbesondere die deutsche mittelständische Pharmaindustrie vor gewaltige Herausforderungen. Auswege bieten eine Fokussierung auf Nischensegmente oder auf einzelne Stufen der Wertschöpfungskette. Dabei werden sich Kooperationen mit anderen Unternehmen, besonders aus dem Biotechnologiesektor, als ebenso notwendig wie erfolgreich erweisen.

Während sich Pharmaunternehmen von der Kooperation mit Biotechs die Rechte an neuen Entwicklungen, die Senkung von Forschungs- und Entwicklungskosten, das Füllen der Produktpipeline und mehr Wettbewerbsfähigkeit versprechen, bietet sich Biotechunternehmen durch die Zusammenarbeit eine interessante Finanzierungsmöglichkeit. Darüber hinaus hoffen vor allem junge Biotechunternehmen, von der langjährigen Erfahrung mittelständischer Pharmaunternehmen zu profitieren und mit deren Unterstützung ihre Ideen umzusetzen.

Ende des vergangenen Jahres existierten 365 Biotechs in Deutschland, die meist weniger als fünfzig Mitarbeiter beschäftigen. 63 Prozent der für die Studie befragten Biotech-Unternehmen bezeichneten es als große Chance, bei einer Kooperation mit der mittelständischen Pharmaindustrie von den Entwicklungskompetenzen zu profitieren und somit Fehler zu vermeiden sowie Kosten und Zeit zu sparen.

Thomas Becker | ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel verstärkt Selenmangel
21.02.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Echtzeit-Feedback hilft Energie und Wasser sparen
08.02.2017 | Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften