Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein dickes Problem: Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie vorgestellt

06.02.2008
"Bei der Gewichtszunahme haben die Männer den Bauch vorn", so kommentierte Dr. Christian Grugel, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), eines der Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie.

Diese Studie, bei der bundesweit 19.329 Personen zu ihren Ernährungsgewohnheiten Auskunft gegeben haben, wurde am 30. Januar 2008 in Berlin erstmals präsentiert. Die ermittelten Zahlen zum Körpergewicht der Bundesbürger manifestieren das, was uns das deutsche Straßenbild schon eine ganze Weile ahnen lässt: Insgesamt 66 Prozent der deutschen Männer und 51 Prozent der Frauen sind zu dick, 20 Prozent der Bundesbürger sogar fettleibig.

Besonders deutlich gestiegen ist die Zahl der Übergewichtigen unter den jungen Erwachsenen. Heute sind 28 Prozent der 18- und 19-jährigen Männer und 23 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe übergewichtig, 14 beziehungsweise 9,4 Prozent gelten als adipös. Auch bei den Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren sind die Zahlen alarmierend: Bereits 18 Prozent der Jungen und 16 Prozent der Mädchen weisen ein zu hohes Gewicht auf.

Die Ergebnisse der Nationalen Verzehrsstudie werden nun die Basis sein für Aktionen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans "Gesunde Ernährung und Bewegung", den das BMELV zurzeit gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium entwickelt. "Ohne Wissen kann man nicht handeln", so Grugel.

Auf Grundlage der vorliegenden Daten könnten jetzt Strategien für verschiedene Handlungsfelder erarbeitet werden, wie Ernährungsbildung, Bewegung im Alltag oder Außer-Haus-Verpflegung, um das Ernährungs- und Bewegungsverhalten nachhaltig zu verbessern und die Verbreitung von Übergewicht zu verringern.

In diesem Zusammenhang sind sicherlich die Ergebnisse zum Auftreten von Übergewicht in den verschiedenen Bildungs- und Bevölkerungsschichten interessant: Es hat sich gezeigt, dass Adipositas vor allem ein Problem bei Personen mit niedrigem Bildungsgrad ist. Unter den Personen mit Hauptschulabschluss gibt es fast doppelt so viele Übergewichtige wie bei Personen mit einer Fachhochschul- beziehungsweise Hochschulreife.

Je höher die Bildung, die soziale Schicht und das Pro-Kopf-Nettoeinkommen, desto geringer ist der Anteil an übergewichtigen oder adipösen Männern und Frauen.

Fazit: "Die Ernährungskompetenz der Bevölkerung muss verbessert und Ernährungs- und Verbraucherbildung zu einem festen Unterrichtsbestandteil in den Schulen werden," fordert Dr. Margareta Büning-Fesel, Geschäftsführender Vorstand des aid infodienst.

Die zentrale Herausforderung liege jetzt darin, einen Zugang gerade zu den sozial schwachen Familien zu finden, damit diese in die Lage versetzt werden, ihr Essverhalten zu reflektieren, Ernährungskompetenz zu erlangen und eine Verbesserung ihrer Ernährungssituation selbst in die Hand zu nehmen. Sonst wird die Kluft zwischen dem gesundheitlichen Allgemeinzustand "gut situierter Bürger" und dem der sozial schwächeren Menschen immer größer. "Dieses aktuelle Problem greift daher auch das nächste aid-Forum auf, das am 7. Mai 2008 mit dem Titel 'Du isst, wie Du bist? - Ernährungskompetenz ist Lebenskompetenz' in Bonn stattfinden wird", kündigt Büning-Fesel an.

Weitere Informationen:
Die Nationale Verzehrsstudie basiert auf einer bundesweiten Befragung von 19.329 Personen, deren Körpergröße und -gewicht, körperliche Aktivität und weitere Lebensstilfaktoren ermittelt wurden. Die Teilnehmer/-innen gaben unter anderem Auskunft zu ihrem Ernährungswissen, ihrem Einkaufsverhalten, ihren Kochfertigkeiten und ihrer Risikoeinschätzung.

Der vollständige Ergebnisbericht der NVS II, Teil 1, steht unter www.was-esse-ich.de zum Download bereit.

Informationen zum aid-Forum "Du isst, wie Du bist? - Ernährungskompetenz ist Lebenskompetenz" gibt es in Kürze unter www.aid.de. und beim aid-Tagungsbüro c/o pressto, Tel.: 0221 285808-14,

E-Mail: info@pressto.de

Eva Weißen | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.was-esse-ich.de
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: BMELV Ernährungskompetenz Übergewicht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise