Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ZEW-Umfrage bei Finanzmarktexperten: Harter Wettbewerb im Retail-Banking - Banken haben Privatkunden wiederentdeckt

25.01.2008
Der Wettbewerb um den Privatkunden hat nicht nur innerhalb der vergangenen zwei Jahre stark zugenommen, sondern wird sich auch in Zukunft weiter verschärfen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim unter rund 246 Finanzmarktexperten.

Die etablierten deutschen Filialbanken, von denen sich viele in den 1990er Jahren aus dem für sie unattraktiven Massenkundengeschäft zurückzogen, haben die Privatkunden als stabile Ertragsquelle wiederentdeckt. Sie sehen sich in diesem Geschäftsfeld allerdings inzwischen einem deutlich schärferen Wettbewerb gegenüber. So nehmen Direktbanken den Filialbanken zunehmend Marktanteile ab.

Hinzu kommen neue Anbieter, die durch innovative Vertriebswege wie beispielsweise Credit Shops Kunden gewinnen. Es überrascht daher nicht, dass knapp 90 Prozent der vom ZEW befragten Experten für die vergangenen zwei Jahre eine Intensivierung des Wettbewerbs im Retail-Banking feststellen und rund drei Viertel von ihnen auch in den kommenden zwei Jahren mit einer Zunahme des Wettbewerbs rechnen.

Der Hauptgrund für den verschärften Wettbewerb ist dabei weniger auf der Angebotsseite als vielmehr auf der Nachfrageseite zu suchen. Fast 80 Prozent der Finanzmarktexperten halten die zunehmende Preissensitivität der Kunden und die abnehmende Kundenloyalität für einen wichtigen oder sehr wichtigen Grund. Auch im Einsatz neuer Vertriebskanäle zur Kundengewinnung durch die Banken sehen vier von zehn Experten einen wichtigen und ein weiteres Viertel sogar einen sehr wichtigen Grund für die Zunahme des Wettbewerbs.

... mehr zu:
»Vertriebsweg

Innovative Vertriebswege auf dem deutschen Markt werden vor allem von ausländischen Banken eingesetzt. Zwei Drittel der Experten sehen daher auch in der Präsenz neuer Wettbewerber wie beispielsweise ausländischer Banken am deutschen Markt einen wichtigen oder sehr wichtigen Grund für die Intensivierung des Wettbewerbs hierzulande. "Die ausländischen Banken haben die Chance ergriffen und den deutschen Banken durch Preisführerschaft und den konsequenten Einsatz neuer Vertriebswege Marktanteile im lange vernachlässigten Retail-Banking abgenommen", sagt ZEW-Experte Matthias Köhler.

Auch wenn etablierte deutsche Banken, die in den vergangenen Jahren dem Massenkundengeschäft eher skeptisch gegenüber standen, den Retail-Kunden als eine stabile Ertragsquelle wiederentdeckt haben und verstärkt um ihn werben, scheint diese als Renaissance des Retail-Banking bekannte Entwicklung eine eher untergeordnete Rolle bei der Erklärung des gestiegenen Wettbewerbs zu spielen. Nur knapp die Hälfte der Experten sieht in dieser Renaissance einen wichtigen oder sehr wichtigen Grund. Knapp ein Fünftel hält sie hingegen für unwichtig oder eher unwichtig als Grund für die Zunahme des Wettbewerbs im deutschen Retail-Banking.

Ansprechpartner:
Matthias Köhler, Telefon 0621/1235-148, Fax -223, E-Mail koehler@zew.de
Gunnar Lang, Telefon 0621/1235-372, Fax -223, E-Mail lang@zew.de

Katrin Voss | idw
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Berichte zu: Vertriebsweg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie