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In den eigenen vier Wänden bis ins hohe Alter: Studie untersucht Wohnansprüche Älterer

24.01.2008
Im vergangenen Jahr nahmen rund 2400 Senioren aus Dresden an einer Befragung zu Wohnansprüchen älterer Bürger teil. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung (IÖR) untersuchen, welche Anforderungen an den Wohnungsbestand einer Großstadt sich aus der zunehmenden Zahl Älterer ergeben. Die Ergebnisse wurden kürzlich dem Sozialausschuss der Stadt Dresden präsentiert.

Deutlich wurde: Altengerechte Wohnungen und Dienstleistungen auf Abruf sollen das Bleiben in der eigenen Wohnung auch im Alter möglich machen. Und: Wohnformen ausschließlich für Ältere sind wenig beliebt.

Welche Wünsche haben die heute 60-Jährigen und Älteren an ihre Wohnung und das Wohnumfeld? Mit welchen Wohnungsangeboten sollten Kommunen und Immobilienwirtschaft auf den demographischen Wandel reagieren? In der Befragung, die vom IÖR in Kooperation mit dem Dresdner Stadtplanungsamt durchgeführt wurde, äußerten sich die Befragten u. a. zu bevorzugten Wohnformen, Umzugswünschen und der Zufriedenheit mit der jetzigen Wohnung.

Letztere wurde überwiegend positiv bewertet. "Ein hoher Anteil der Befragten, etwa 45 Prozent, ist ab Mitte der 1990er Jahre umgezogen. Darunter fast die Hälfte in Wohnungen, die nach 1990 gebaut wurden", erklärt Juliane Banse, wissenschaftliche Mitarbeiterin am IÖR und Leiterin der Befragung. Die Ausstattung dieser Wohnungen wird von den Befragten meist als gut bis sehr gut empfunden. "Offensichtlich hat ein zunehmendes Wohnungsangebot gut ausgestatteter Wohnungen auch Ältere veranlasst, umzuziehen", schlussfolgert Juliane Banse.

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Als barrierefrei oder altengerecht sind aber nur wenige der Neubauten zu bezeichnen. Deutlich mehr Ältere wünschen sich einen Aufzug, als tatsächlich über einen solchen verfügen können. Häufig fehlen auch Rampen im Eingangsbereich und in den Wohnungen stören Türschwellen. Als altengerecht stuften demnach auch nur 35 Prozent der Befragten ihre Wohnung ein. Unter dem Blickwinkel einer älter werdenden Bewohnerschaft erscheint die entsprechende Ausstattung der Gebäude bedeutsam für die zukünftige Nutzbarkeit der Wohnungen. Das gilt auch für die Wohnungsgröße. Von der Mehrzahl der Befragten, das waren mehr als 80 Prozent, wird die Größe der gegenwärtig bewohnten Wohnung als "gerade richtig" bezeichnet. Allerdings steigt die Wohnzufriedenheit mit der Wohnungsgröße und kleine Wohnungen unter 40 m² sind insbesondere bei älteren Paaren kaum gefragt. Ebenso werden Einraumwohnungen von den Älteren nicht gewünscht.

Ältere Menschen wollen so lange wie möglich selbständig in den eigenen vier Wänden leben - diese Ansicht teilten nahezu alle in der Studie Befragten. Die Mehrheit wünscht sich jedoch nicht abgeschlossene Wohnparks für Senioren: Vielen Älteren ist an einem Wohnen in gemischten Gebieten gemeinsam mit jüngeren Generationen gelegen. Rund die Hälfte der Befragten hält eine Generationenmischung im Wohngebiet für wichtig oder sehr wichtig. Wohnen unter Gleichaltrigen wird nur von weniger als einem Fünftel der Befragten bevorzugt genannt. "Deutlich in der Befragung wurde auch, dass einerseits gezielte Angebote neuer Wohnformen für einzelne Nachfragegruppen gewünscht sind und andererseits Wohnungsanpassungen mit Service und Dienstleistungen auf Abruf in altersgemischten Wohngebieten für die Älteren ein Bleiben in der Wohnung erleichtern bzw. ermöglichen könnten", sagt Juliane Banse.

Bereits heute leben in Deutschland in etwa 38 Prozent der Privathaushalte Personen, die 60 Jahre und älter sind - mit zunehmender Tendenz. In Zukunft wird es daher immer wichtiger werden, die Bedürfnisse Älterer an Wohnraum und Wohnausstattung zu berücksichtigen. Das IÖR beschäftigt sich in mehreren Forschungsprojekten mit den Auswirkungen der zu erwartenden demographischen Veränderungen auf die Wohnungsversorgung und auf die Siedlungsstruktur vor dem Hintergrund der hohen Wohnungsleerstände in den ostdeutschen Städten.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt:
Juliane Banse
Tel.: (0351) 4679-258; J.Banse@ioer.de

Anja Petkov | idw
Weitere Informationen:
http://www.ioer.de

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