Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Banken beraten gerne - gegen Gebühr

17.01.2008
Beratung gegen Gebühr - dieses Modell dürfte sich in den kommenden drei Jahren auch an manchem Bankschalter durchsetzen.

Mehr als die Hälfte aller Bankentscheider erwartet, dass die kostenpflichtige Finanz- und Anlageberatung (Honorarberatung) zunimmt und sich zu einem der großen Trends im Privatkundengeschäft entwickelt.

Erste Institute bieten ihren Kunden Beratungsgespräche bereits zum monatlichen Festpreis an. Zu dieser "Beratungsflatrate" addieren sich anteilige Volumengebühren für eventuelle Aktienberatungen und eine Erfolgsbeteiligung, falls der Kunde sein Vermögen von der Bank verwalten lässt. Neu ist dabei nicht, dass Banken für die Verwaltung von Großvermögen Gebühren erheben. Aber üblicherweise sind Beratung und Finanzplanung in die Produkte eingepreist und wurden somit bisher vom Kunden nicht direkt wahrgenommen. Das ergibt eine Umfrage von Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut.

Mit der Einführung einer Servicegebühr wollen die Banken die Beratung verstärkt als eigenständige Leistung herausstellen. 63 Prozent der befragten Bankentscheider messen der Beratungsqualität ihrer Bank mittlerweile größte Bedeutung bei und sehen in ihr das dominierende Branchenthema der kommenden Jahre. Der Faktor Beratung hat damit sprunghaft an Relevanz gewonnen, denn in den vergangenen drei Jahren lag die Zustimmung um rund 20 Prozent niedriger. Dies liegt auch an einem stark wachsenden Angebot an Bankprodukten. Die Palette möglicher Beratungsfelder wird somit immer breiter. Beispiele dafür sind unter anderem die Angebotsoffensiven für beratungsintensive Produkte zur Altersvorsorge, im Vermögensmanagement und zur Kredit- oder Immobilienfinanzierung.

Hinter dem gestiegenen Servicewillen der Banken steckt ein hart geführter Kampf um den Kunden, der immer besser informiert ist und entsprechend anspruchsvolle Beratungsleistungen erwartet. Zudem wollen sich die deutschen Institute im weitgehend gesättigten Markt weiteren Preiskämpfen entziehen. Mehr als 90 Prozent der Banken und Sparkassen planen deshalb, so genannte Potenzialkunden durch ein Mehr an Beratung gezielter anzusprechen. Zum Kern dieser Zielgruppe gehören beispielsweise finanzkräftige Kunden ab dem 50. Lebensjahr, von denen sich fast jeder zweite eine Anlageberatung bei seiner Hausbank holt. Vor allem im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten, privaten Finanzierungsplänen und Wertpapieren sehen drei Viertel der befragten Banker ein lukratives Wertschöpfungspotenzial. Gegenüber

2006 geht der Trend in den kommenden Jahren dabei noch stärker in Richtung Individualberatung.

"Damit die Rechnung für die Banken und die Kunden aufgeht, muss die kostenpflichtige Beratung dem Kunden allerdings einen spürbaren Mehrwert bieten - nicht nur, indem er auf die Beratung verzichtet, um das Produkt günstiger zu kaufen", sagt Stefan Lamprecht von Steria Mummert Consulting. Dies erreichen die Banken beispielsweise, in dem sich die Anlage- und Finanzempfehlungen des Beraters an unabhängigen Renditeprognosen orientieren und weniger an den Produkten und Vertriebsinteressen des eigenen Hauses. Im Idealfall nimmt der Kunde das Beratungsgespräch als Plus an Qualität wahr, was die Kunde-Bank-Beziehung langfristig festigt.

Hintergrundinformationen
Im Juli 2007 befragte forsa im Auftrag von Steria Mummert Consulting 100 Führungskräfte aus 100 der größten Kreditinstitute Deutschlands zu den Branchentrends sowie zu Strategien und Investitionszielen bis 2010. Befragt wurden jeweils die Vorstandsvorsitzenden, die Vorstandsmitglieder, die Geschäftsführer, die Leiter der Unternehmensentwicklung, die Leiter von Finanzen und Controlling oder die Vertriebs- und Marketingleiter. forsa führte die Befragung mit der Methode des Computer Assisted Telephone Interview (CATI) durch.

Jörg Forthmann | Steria Mummert Consulting
Weitere Informationen:
http://www.steria-mummert.de

Weitere Berichte zu: Anlageberatung Beratungsgespräch Gebühr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie