Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit vernetzter Asthma-Behandlung und Selbst-Management Millionen sparen?

24.05.2002


Verbesserungspotenzial durch vernetzte Behandlung, Schulung und Selbst-Management

Neue Studie zeigt überraschend hohes Spar- und Verbesserungspotenzial durch vernetzte Behandlung, Schulung und Selbst-Management

Dr. J.M. Tschopp vom Centre Valaisan de Pneumologie, Montana stellte gestern abend an einer Fortbildungsveranstaltung mit anschliessendem Rundtischgespräch die Ergebnisse der beigefügten Studie1) der REG (Respiratory Education Group) zur Diskussion, die ein durchschnittliches Sparpotential bis Fr. 5 000 pro Patient mit chronischem Asthma bronchiale aufgezeigt hat. Nationale und kantonale Gesundheitspolitiker, unter anderen O. Piller, Bundesamt für Gesundheit und der Regierungsrat T. Burgener (VS), nahmen dazu und generell zu gesundheits-
politischen Fragen Stellung.

Die neue Studie zeigt, dass vernetzte, Richtlinien-konforme Behandlung, Schulung und Selbst-Management den Krankenkassen und den Arbeitgebern je ein Sparpotenzial bei den Hospitalisations- und Absenzkosten in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe pro Jahr eröffnen. Diese klinisch dokumentierten Ergebnisse decken sich mit der Kostenberechnung von Szucs et al. (Eur Respir J 1999;13:281-6), die für die Schweiz jährliche Kosten des Asthma bronchiale von 1,2 Milliarden Franken schätzte, mit einem Anteil der indirekten Kosten von Fr. 500 000 pro Jahr.

Die Studie des Centre Valaisan, der REG, der Lungenliga Wallis, begleitet von 2 Vertretern der Universitätsspitäler Genf und Lausanne, ergab bei 66 Patienten im Jahresvergleich (das Jahr davor und jenes danach) eine durchschnittliche Einsparung von Fr. 5 056 pro Patient.

Zwei Fünftel dieser Einsparung waren Senkungen bei den direkten Krankenkassenpflichtigen Hospitalisations-Kosten. Drei Fünftel der Einsparung entstanden durch Reduktion der Arbeitsausfall-Tage. Zusätzlich waren auch Notfall-Besuche beim oder durch den behandelnden Arzt deutlich reduziert. Aus Sicht der Asthmatikerinnen und Asthmatiker steht die deutliche Verbesserung aller Lebensqualitäts-Parameter im Vordergrund.

Mit einem breit angelegten Programm könnte das Sparpotenzial für die Krankenkassen und die Arbeitgeber relativ einfach genutzt werden. Alle sind sich einig, dass die Notfälle und Absenzen gesenkt werden sollten. Die letzten 10 Jahre seit Erstellung der Richtlinien haben gezeigt, dass dieses Wissen noch ungenügend und zu zögerlich umgesetzt wird. Die Autoren möchten ihrem Programm und mit dieser Studie die interdisziplinäre, vernetzte Umsetzung fördern.

Die Teilnehmer der Rundtisch-Diskussion beurteilten solche vernetzte Gesundheits-Programme positiv, wenn die Qualität und die Kosten-Effizienz kontinuierlich überwacht und gesichert werden.

Emil Heinrich | pte.online

Weitere Berichte zu: Asthma Asthma-Behandlung Selbst-Management Sparpotenzial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Europaweite Studie zu „Smart Engineering“
30.03.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie