Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technologiemärkte: Übernahmen gefährden Wettbewerb

11.01.2008
Patente als Entwicklungsblocker für Konkurrenz

Fusionen und Übernahmen können den Wettbewerb auf Technologiemärkten verringern und die Technologieentwicklung bremsen. Zu diesem Schluss kommen Experten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in einer aktuellen Studie.

Die aufgrund einer Übernahme oder Fusion entstehende Bündelung wichtiger Technologien könne demnach die Entwicklung alternativer Technologien von Mitbewerbern blockieren. Dies sei vor allem durch die im Rahmen einer Akquisition erworbenen Patente möglich. Kartellbehörden würden diesen Aspekt bislang jedoch erst wenig beachten.

Die Käuferunternehmen wählen potenzielle Übernahmekandidaten sowohl nach der Möglichkeit zur Komplettierung eines bestehenden Technologie-Portfolios als auch nach möglichem neuen Umsatzpotenzial aus. Ein weiterer Anreiz für Übernahmen oder Fusionen seien aber auch Technologien im Besitz der Übernahmekandidaten, die die technologische Entwicklungen bei Mitbewerbern aufgrund bestehender Patente blockieren können, so die Studienautoren. Eine solche Übernahme könnte demnach auch zu monopolartigen Stellungen innerhalb eines Technologiemarktes führen.

Untersuchungen in den USA und Europa hätten bereits gezeigt, dass der ursprüngliche Zweck von Patenten oftmals durch Vorteile bei Lizenzvergaben, Verhandlungen bei Übernahmen und Fusionen und dem Blockieren von Mitbewerbern verdrängt werde. Deutliche Unterschiede machten die Studienautoren in dieser Hinsicht jedoch zwischen strategischen Investoren und Finanzinvestoren aus. Konzentrationseffekte bei Technologien treten demnach nur bei strategischen Investoren auf. Finanzinvestoren hätten dagegen zumeist kein eigenes Technologieportfolio und das akquirierte Unternehmen bleibe auch nach der Transaktion unabhängig.

Kartellbehörden würden bei Übernahmen zumeist mögliche Auswirkungen auf Produktmärkte überprüfen, potenzielle wettbewerbsverzerrende Folgen auf Technologiemärkten werden hingegen kaum beachtet, heißt es in der Studie weiter. Im Rahmen der Studie wurden zwischen 1999 und 2003 mehr als 1.200 europäische Merger- und Acquisition-Transaktionen untersucht.

Victoria Schubert | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.zew.de

Weitere Berichte zu: Patent Technologiemarkt Übernahmekandidat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie