Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sonnenmangel verstärkt Lungenkrebsrisiko

18.12.2007
In Äquatornähe ist Anzahl der Erkrankungen am geringsten

Der Mangel an Sonnenlicht erhöht das Lungenkrebs-Risiko. Wissenschaftler der University of California haben herausgefunden, dass die Anzahl der Erkrankungen in den Ländern am höchsten war, die am weitesten vom Äquator entfernt sind. Es wird angenommen, dass Vitamin D, das durch den Kontakt mit Sonnenlicht gebildet wird, das Turmorwachstum stoppen kann. Es fördert jene Faktoren, die für den Zelltod im Körper verantwortlich sind. Experten warnen, dass der Kontakt mit Sonnenlicht aber immer noch die Hauptursache für Hautkrebs ist. Derzeit steigt die Anzahl der Erkrankungen laut BBC weltweit an. An Lungenkrebs sterben weltweit jährlich mehr als eine Million Menschen. Details der Studie wurden im Journal of Epidemiology and Community Health veröffentlicht.

Die Wissenschaftler analysierten Daten aus 111 Ländern und verschiedenen Kontinenten. Das Rauchen stand am häufigsten direkt mit der Anzahl der Erkrankungen in Zusammenhang. Es wird für bis 85 Prozent aller Fälle verantwortlich gemacht. Aber auch der Kontakt mit Sonnenlicht, vor allem mit UVB-Licht, scheint einen Einfluss zu haben. Die Menge an UVB steigt mit der Nähe zum Äquator. Daher ist es nur logisch, dass in Äquatornähe auch die geringste Anzahl der Erkrankungen zu verzeichnen war. Zusätzlich spielen eine dichtere Wolkendecke und die Aerosolwerte eine Rolle. Laut dem leitenden Wissenschaftler Cedric Garland beginnt eine Erkrankung meist in den Epithelzellen, die die Oberfläche des Gewebes in der Lunge auskleiden. Beginnen die Zellen sich unkontrolliert zu teilen, ist die Krankheit ausgebrochen.

Garland erläuterte, dass Vitamin D die Freisetzung von Chemikalien stimuliert, die in Kombination mit Kalzium eine leimartige Substanz bilden, die die entscheidenden Zellen eng aneinander bindet. Damit wird die Zellteilung gestoppt. Zusätzlich gab es Hinweise darauf, dass Vitamin D das Fortschreiten einer bereits bestehenden Erkrankung verlangsamen kann. Der Wissenschaftler betonte, dass ein moderater Kontakt mit Sonnenlicht das Risiko an einem Melanom zu erkranken nicht entscheidend erhöht. Die einzige Krebsart, die mit einer geringen Menge an Sonne in Zusammenhang steht, ist das Plattenepithelkarzinom, das allerdings viel seltener zum Tod führt als Lungenkrebs. Ein moderater Kontakt mit Sonnenlicht ist bei fünf bis 15 Minuten in der Mittagszeit gegeben, wenn rund 40 Prozent der Haut unbedeckt sind. Hält man sich mehr als einige Minuten an der Sonne auf, sollte ein Hut getragen werden. Auf einen Sonnenschutz sollte man während dieser Zeit verzichten, da er die Synthese von Vitamin D verhindert.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucsd.edu
http://jech.bmj.com

Weitere Berichte zu: Lungenkrebs Sonnenlicht Sonnenmangel Vitamin Vitamin D

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Klimawandel: ungeahnte Rolle der Bodenerosion
11.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen

23.05.2017 | Maschinenbau

«Schwangere» Stubenfliegenmännchen zeigen Evolution der Geschlechtsbestimmung

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Tumult im trägen Elektronen-Dasein

23.05.2017 | Physik Astronomie