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Bereits bei Kindern beeinflusst körperliche Aktivität die Höhe des Blutdrucks

06.02.2015

Kinder, die körperlich aktiv sind, beeinflussen positiv ihren Blutdruck. Dies zeigt eine neue Studie, die untersucht hat, wie sich körperliche Aktivität und sitzendes Verhalten auf den Blutdruck bei Kindern auswirken. Sie basiert auf Daten von Kindern aus acht europäischen Ländern, die am EU-Projekt IDEFICS teilgenommen hatten. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS sind Mitautoren der Studie, die jetzt im "International Journal of Cardiology" erschienen ist.

Mehr als 18.000 Kinder aus acht europäischen Ländern - Belgien, Deutschland, Estland, Italien, Schweden, Spanien, Ungarn und Zypern - nahmen an der IDEFICS-Studie teil. Von diesen wurden 5.061 im Alter zwischen zwei und neun Jahren mit einem Accelerometer ausgestattet, der ihre Bewegungsaktivität aufzeichnete.

Die Ergebnisse dieser Studie untermauern bisherige Untersuchungen, die eine günstige Wirkung von körperlicher Aktivität auf den Blutdruck zeigen. Es werden verschiedene Mechanismen diskutiert, durch die sich Bewegung regulierend auf den Blutdruck auswirkt. So gibt es überzeugende Belege, dass die körperliche Anstrengung die innere Zellschicht der Blutgefäße stimuliert, so dass die Gefäße erweitert werden und der Blutdruck sinkt.

Das BIPS und die Universität Bremen koordinierten gemeinsam die IDEFICS-Studie. Die Untersuchung zu Bluthochdruck bei Kindern im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität wurde von der GENUD-Forschungsgruppe (Growth, Exercise, Nutrition and Development Research Group) der Universität von Zaragossa in Spanien unter der Leitung von Prof. Dr. Luis Moreno durchgeführt. Dies erfolgte in Zusammenarbeit mit Dr. Augusto F. de Moraes von der YCARE-Forschungsgruppe (Youth/Child and Cardiovascular Risk and Environmental Research Group) der medizinischen Universität von Sao Paulo in Brasilien.

De Moraes erklärt: "Chronische Erkrankungen machen den Hauptanteil der globalen Krankheitslast aus und stellen somit ein zentrales öffentliches Gesundheitsproblem dar. Unter den chronischen Erkrankungen bei Erwachsenen kommt Bluthochdruck am häufigsten vor. Studien haben gezeigt, dass die Höhe des Blutdrucks in Kindheit und Jugend die Entwicklung von Bluthochdruck im Erwachsenenalter maßgeblich beeinflusst. Für eine langfristige Gesundheit ist es daher wichtig, frühzeitig ein gesundes Verhalten zu entwickeln. Hierzu gehört es zum Beispiel, bereits bei Kindern und Jugendlichen eine regelmäßige körperliche Aktivität zu fördern."

Die Untersuchungen der IDEFICS-Studie werden in der EU-finanzierten I.Family-Studie weitergeführt, die das BIPS gemeinsam mit der Universität Bremen leitet. Die IDEFICS-Kinder sind mittlerweile ins Teenageralter gekommen. Bei der I.Family-Studie sind sie als Probanden wieder mit dabei, auch ihre Geschwister und Eltern sind zur Teilnahme eingeladen. Das Forschungsprojekt will erforschen, welche Motive zu einem gesunden Ernährungs- und Lebensstil führen und welche Hemmnisse dies verhindern können. Dabei soll auch herausgefunden werden, ob diese Einflussfaktoren das Risiko für Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Dr. Johann Böhmann, Chefarzt der Kinderklinik in Delmenhorst und Mitglied des Beirates der I.Family-Studie, erklärt: "Ich kann aus meiner Erfahrung bestätigen, dass die Fälle von Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen zunehmen. Umso erfreulicher ist es, dass einfache Maßnahmen helfen, den Blutdruck nachweisbar zu senken. Hierzu zählt, dass wir die Kinder unterstützen, mit Freude körperlich aktiv zu sein."

Publikation:
"Incidence of high blood pressure in children - Effects of physical activity and sedentary behaviors: The IDEFICS study: High blood pressure, lifestyle and children."
de Moraes AC, Carvalho HB, Siani A, Barba G, Veidebaum T, Tornaritis M, Molnar D, Ahrens W, Wirsik N, De Henauw S, Mårild S, Lissner L, Konstabel K, Pitsiladis Y, Moreno LA; IDEFICS consortium. International Journal of Cardiology. 2015 Feb 1;180:165-70. doi: 10.1016/j.ijcard.2014.11.175. Epub 2014 Nov 26. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0167527314023560

Kontakt:
Pressestelle I.Family
Rhonda Smith / Kate Viggers
Tel. +44/(0)1264/326427
E-Mail rhonda@minervacomms.net / kate@minervacomms.net

Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS
Prof. Dr. Wolfgang Ahrens
Tel. 0421/218-56822
E-Mail ahrens@bips.uni-bremen.de

Klinikum Delmenhorst gGmbH
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Dr. Johann "Hans" Böhmann
Tel. 04221/994400
E-Mail boehmann.hans@klinikum-delmenhorst.de

Pressestelle BIPS
Anja Wirsing
Tel. 0421/218-56780
E-Mail presse@bips.uni-bremen.de
  www.bips-institut.de

Weitere Informationen:

Website zur IDEFICS-Studie: www.ideficsstudy.eu
Website zur I.Family-Studie: www.ifamilystudy.eu

Anja Wirsing | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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