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Belohnungsverhalten mit Schizophrenie verbunden

22.08.2011
Forscher untersuchen, welche Regionen des Gehirns aktiv werden

Welche Regionen im menschlichen Gehirn bei Belohnung aktiv werden, beschäftigt Forscher der Universitätsklinik für Allgemeine Psychiatrie Heidelberg. "Unsere Studie geht der Frage auf den Grund, ob es einen Zusammenhang zwischen psychotischen Symptomen, wie sie oft im Rahmen der Schizophrenie auftreten, und der Reaktion auf eine Belohnung gibt", sagt Joe Simon von der Abteilung für Experimentelle Psychopathologie und Neurophysiologie, gegenüber pressetext.

Messen der Hirnaktivität

Die Wissenschaftler untersuchen sowohl Patienten mit Schizophrenie als auch gesunde Personen mit unterschiedlichen Ausprägungsgraden verschiedener Persönlichkeitseigenschaften. Untersucht wurde im Magnetresonanztomographen. Ursprüngliche waren die Forschungen bislang auf Tiere beschränkt. Mithilfe der funktionellen Kernspintomographie ist es relativ unaufwändig, die Hirnaktivierung während einer Belohnung beim Menschen zu messen. In diesen Studien wurden eine Reihe von Regionen identifiziert, welche verschiedene Rollen bei der Verarbeitung einer Belohnung einnehmen.

"Die Erwartung einer Belohnung oder die ,Vorfreude' über den Erhalt einer Belohnung sowie auch Lernprozesse, die den Zusammenhang zwischen Hinweisreizen und Belohnung herstellen, sind unterschiedlich mit teilweise unterschiedlichen neuronalen Grundlagen", sagt Simon. Diese Elemente spielten jedoch nicht nur eine Rolle bei Belohnungen, sondern sind auch fundamental wichtig für zielgerichtetes Verhalten. Demzufolge haben diese Funktionen einen fundamentalen Einfluss auf die Art und Weise, wie Menschen mit der Umwelt interagieren. "Besonders interessant ist eine Untersuchung des Zusammenhangs zwischen verschiedenen psychischen Störungen und der neuronalen Verarbeitung von Belohnungen, da man auf diese Weise mehr über die neuronalen Grundlagen dieser Erkrankungen erfährt."

Weiter viele Fragen offen

Es ist bekannt, dass bei der Schizophrenie einige von den belohnungsrelevanten Hirnregionen abnorme Funktionsmuster aufweisen. "Einige Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass diese Hirnregionen maßgeblich an der Entstehung dieser Erkrankung beteiligt sind", meint Simon im pressetext-Gespräch. In vorhergehenden Studien wurde ein Zusammenhang zwischen der Belohnungsverarbeitung und Schizophrenie aufgezeigt. Denooch gibt es noch eine Reihe von offenen Fragen.

"In unserem Projekt geht es darum, noch mehr über diesen Zusammenhang zu erfahren. Dabei geht es weniger um den allgemeinen Zusammenhang zwischen Belohnungsverarbeitung und Schizophrenie, sondern um die konkrete Beziehung zwischen einzelnen Symptomen der Schizophrenie und unterschiedlichen Verarbeitungsprozessen während der Erwartung und dem Erhalt einer Belohnung", erklärt der Forscher. In diesem Rahmen interessieren die Wissenschaftler vor allem die Symptome der Motivationslosigkeit, Freudlosigkeit sowie Depression, welche häufig bei der Schizophrenie auftreten und als besonders Behandlungresistent gelten.

Oranus Mahmoodi | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://klinikum.uni-heidelberg.de

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