Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Begleitung beim Sterben: Großes Interesse an erster Studie zum Stand der Palliativversorgung

20.11.2008
Fragebogen von über 1000 Angehörigen beantwortet – Wissenschaftler wollen mit Erinnerungsschreiben noch mehr Teilnehmer motivieren

In der Bevölkerung besteht offenbar ein großes Interesse an der Frage, wie schwer und unheilbar kranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase besser versorgt werden könnten.

Für eine Studie zur Palliativversorgung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hatten bereits nach sechs Wochen mehr als 1000 Familien den 18-seitigen Fragebogen ausgefüllt und zurückgeschickt. „Außer den Fragebögen haben wir auch sehr ermutigende, aber teilweise auch sehr erschütternde Briefe erhalten, in denen die Menschen beschreiben, welche Erfahrungen sie bei der Begleitung ihrer todkranken Angehörigen gemacht haben“, teilte Prof. Dr. Eva Münster, Juniorprofessorin für Sozialmedizin und Public Health am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Uni Mainz, mit. Die Verantwortlichen hoffen allerdings, dass sich von den ausstehenden angeschriebenen Familien noch möglichst viele zu einer Antwort entschließen, um ein möglichst breites Spektrum der Bevölkerung abzudecken. Zu diesem Zweck werden Ende des Monats Erinnerungsschreiben an diese Familien verschickt.

Mit der groß angelegten, repräsentativen Studie wird derzeit in Rheinland-Pfalz die bundesweit erste Erhebung durchgeführt, um den aktuellen Stand der Versorgungs- und Lebensqualität von Sterbenden und ihren Angehörigen zu ermitteln. PD Dr. Martin Weber, Leiter der Interdisziplinären Einrichtung für Palliativmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, schätzt, dass zurzeit deutlich weniger als 10 Prozent der Schwerstkranken und Sterbenden in Rheinland-Pfalz durch spezialisierte Hospiz- und Palliativeinrichtungen betreut werden. „Genaue Zahlen kennen wir jedoch nicht“, so Weber. Die Studie soll feststellen, wer genau unter Einbeziehung von Hospiz- und Palliativdiensten versorgt wird und wie die Betreuung von den Angehörigen in den unterschiedlichen Versorgungsstrukturen erlebt wird, damit die Versorgung von sterbenden Menschen und ihren Angehörigen künftig gezielt verbessert werden kann.

Die Wissenschaftler hatten für ihre Erhebung Ende September die Angehörigen von 5000 Verstorbenen in Rheinland-Pfalz mit der Bitte angeschrieben, an der schriftlichen Befragung teilzunehmen. Etwa 15 Prozent der Briefe kamen mittlerweile als unzustellbar zurück, über 20 Prozent enthielten den ausgefüllten Fragebogen und etwas mehr als 10 Prozent der Angeschriebenen antworteten, sie wollten nicht an der Befragung teilnehmen. „Für uns ist es ganz wichtig, dass wir gerade bei einem so sensiblen Thema wie dem Sterben niemandem zu nahe treten, sondern natürlich die Gefühle der Betroffenen respektieren. Dennoch hoffen wir sehr, dass unsere Erinnerungsaktion noch mehr Menschen motiviert, sich dem Fragebogen und damit auch dem Thema überhaupt zuzuwenden“, teilte Münster weiter mit. „Je mehr Personen sich an unserer Befragung beteiligen, desto zutreffender wissen wir, wie die Versorgungssituation der Schwerkranken und ihrer Angehörigen einzuschätzen ist“, meint Dr. Dipl.-Psych. Sabine Fischbeck von der ebenfalls beteiligten Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Die Studie ist mit dem Landesdatenschutzbeauftragten und der Ethik-Kommission Rheinland-Pfalz abgestimmt. Mit ersten Ergebnissen wird im Frühjahr 2009 gerechnet.

Kontakt und Informationen:

Prof. Dr. oec. troph. Eva Münster, MPH
Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 0049 6131 39-30278
Fax 0049 6131 39-36680
E-Mail: eva.muenster@uni-mainz.de
Priv.-Doz. Dr. med. Martin Weber
Interdisziplinäre Einrichtung für Palliativmedizin
III. Medizinische Klinik
Universitätsklinikum Mainz
Tel. 0049 6131 17-6001(Büro) oder 17-3170 (Station)
Fax 0049-6131-176427
E-Mail: martin.weber@ukmainz.de
Dr. rer. physiol. Dipl.-Psych. Sabine Fischbeck
Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Universitätsklinikum Mainz
Tel. 0049 6131 39-25939
Fax 0049 6131 39-22750
E-Mail: fischbec@mail.uni-mainz.de

Bettina Leinauer | Uni Mainz
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/asu/
http://www-klinik.uni-mainz.de/palliativmedizin
http://www.klinik.uni-mainz.de/index.php?id=5337

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops