Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Befragung zur Schuppenflechte

06.09.2010
Schuppenflechte – medizinisch „Psoriasis“ genannt – ist eine chronische Erkrankung. Gerade Kinder und Jugendliche können sehr unter den Symptomen dieser chronisch-entzündlichen Hauterkrankung leiden. Aber wie geht es den jungen Betroffenen wirklich? Dazu gibt es bisher kaum Informationen. Deshalb führt der Lehrstuhl für Medizin-Management der Universität Duisburg-Essen (UDE) ab sofort eine Online-Befragung zur Versorgung und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit Schuppenflechte durch (mehr: www.uni-due.de/schuppenflechte).

In der Online-Befragung wird u.a. danach gefragt, wie sich die Hauterkrankung auf Familie, Schule und Beruf auswirkt, wie hoch der Leidensdruck der jungen Patienten ist und welche Therapien zum Einsatz kommen. Mitmachen können betroffene Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern. Die anonym erhobenen Angaben werden wissenschaftlich ausgewertet und sollen damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation von Patienten liefern. Das forschende Arzneimittelunternehmen Pfizer unterstützt dieses Studienprojekt.

Etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland sind an Schuppenflechte erkrankt, jeder Zehnte davon ist ein Kind oder Jugendlicher. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die nicht ansteckend und meist auch gut behandelbar ist. Doch die Therapie erfordert viel Geduld und eine sorgfältige Hautpflege. Die Krankheit tritt oft in Schüben auf: Dann ist die juckende, von Schuppenflechte befallene Haut hochrot und kann im Randbereich von kleinen, silbrig-glänzenden Schuppen bedeckt sein. Bei leichteren Formen wird mit schuppenlösenden und entzündungshemmenden Salben behandelt. Bei schwerer Ausprägung der Erkrankung werden auch spezifische Medikamente eingesetzt, die gezielt in die Entzündungsprozesse eingreifen.

Welchen Einfluss hat die Krankheit auf die Lebensqualität?

Bisher ist wenig darüber bekannt, in welchem Umfang die Erkrankung die Lebensqualität beeinflusst und welche verschiedenen Therapieformen bei Kindern und Jugendlichen genutzt werden. Die am Lehrstuhl für Medizinmanagement der UDE durchgeführte Befragung von jungen Patienten und deren Eltern will diese Fragen klären und ist daher auf die Beteiligung möglichst vieler Menschen angewiesen, die in die Versorgung junger Psoriasis-Patienten eingebunden sind. Ärzte werden ebenfalls in einem gesonderten Teil der Studie befragt. Zu dem Forschungsprojekt unter Leitung von Professor Dr. Jürgen Wasem gehört ein Expertengremium, das mit Hautärzten, Kinderärzten und Patientenvertretern besetzt ist.

Der unter www.uni-due.de/schuppenflechte abrufbare Fragebogen für Patienten und Eltern kann in wenigen Minuten beantwortet werden. Von den an Schuppenflechte erkrankten jungen Menschen (bis 18 Jahre) werden Angaben zum Umgang mit der Erkrankung und deren Auswirkung auf die Lebensqualität erbeten. Außerdem soll die Zufriedenheit mit der ärztlichen Betreuung und der aktuellen Therapie beurteilt werden. In diesem Zusammenhang wird auch nach dem Zeitaufwand in Zusammenhang mit der Schuppenflechte gefragt: Wie oft wird der Arzt besucht? Welche Therapien werden angewendet? Müssen zum Beispiel Sole-Bäder genommen oder intensive Gesichts- oder Körperkosmetik angewendet werden, kann dies erhebliche Auswirkungen auf den Tagesablauf der betroffenen Kinder und Jugendlichen haben.

Im Elternfragebogen geht es darum, wie sich die Krankheit des Kindes auf das Familien-, Berufs- und Sozialleben auswirkt. Interessierte können sich nach Abschluss der Befragung die Ergebnisse der Studie zuschicken lassen.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Jürgen Wasem, Lehrstuhl für Medizinmanagement an der UDE, Tel. 0201/183-3132, schuppenflechte@uni-due.de, Studiendurchführung: www.mm.wiwi.uni-due.de

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de/schuppenflechte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie