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Wie beeinflussen kulturelle Werte das Innovationsniveau eines Landes?

29.02.2012
Dieser Frage gingen Robert Rossberger und Diana E. Krause der Abteilung Personal, Führung und Organisation der Alpen-Adria-Universität nach.

Die Ergebnisse zeigen auf, dass bestimmte Kombinationen kultureller Werte und Praktiken das Innovationsniveau von Ländern beeinflussen.

Das Innovationsniveau von insgesamt 55 Ländern stand im Fokus dieses Forschungsprojekts. Die WissenschaftlerInnen haben dazu so genannte Kultur- und Innovationsdimensionen zueinander in Beziehung gesetzt und konnten daraus Rückschlüsse auf die Zusammenhänge zwischen kulturellen Werten und Innovation ziehen.

Basis für die Einschätzung kultureller Werte und Praktiken waren die Kulturdimensionen der Studie „Global Leadership and Organizational Effictiveness“ (GLOBE). Die Aspekte, die dabei in den Blick genommen werden, sind: Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, institutionalisierter Kollektivismus, Gruppenkollektivismus, Verhältnis zwischen den Geschlechtern, Durchsetzungsfähigkeit, Zukunftsorientierung, Humanorientierung und Leistungsorientierung.

Diese Dimensionen wurden mit den Daten des Global Innovation Index in Beziehung gesetzt, welche Auskunft über Patente, Pro-Kopf-Einkommen, neue Technologien, wissenschaftliche Publikationen und weitere innovationsbezogene Aspekte in einem Land geben.

Die Ergebnisse der Studie zeigen auf, dass es spezifische, innovationsrelevante Kombinationen kultureller Werte und Praktiken gibt, welche maßgeblich das Innovationsniveau eines Landes beeinflussen. Diese werden „kulturelle Konfigurationen“ genannt. „Hoch innovative Länder zeichnen sich durch eine Kombination von geringer Unsicherheitsvermeidung, geringem Gruppenkollektivismus und gleichzeitig hoher Humanorientierung aus“, so Diana E. Krause.

Als hoch innovative Länder in diesem Sinne identifizierten die WissenschaftlerInnen beispielsweise Japan, Deutschland, Kanada, Niederlande, Schweden, USA und Österreich. Ein mittleres Ausmaß an Landesinnovativität kann auf der Basis der 80 Innovationsindikatoren beispielsweise in Australien, Singapur, Südafrika und Portugal ausfindig gemacht werden. Zu den Ländern mit geringem Innovationsniveau zählen etwa Ägypten, China, Indonesien, Philippinen, Thailand und Griechenland.

„Innovationen brauchen einen geeigneten kulturellen Nährboden“, fasst Diana E. Krause zusammen. Die Wirtschaftswissenschaftlerin betont, dass das Verständnis der Wirkung kultureller Faktoren auf die Innovationsfähigkeit von Nationen dazu beiträgt, Innovationen zukünftig stärker als bislang vor dem Hintergrund spezifischer kultureller Wertemuster zu hinterfragen – und auch entsprechend kulturspezifisch zu initiieren.

„Selbstverständlich spielen hier auch immer ökonomische Faktoren, das Ausbildungssystem eines Landes, rechtliche Aspekte, aber insbesondere auch psychologische Faktoren der Innovationsbereitschaft eine Rolle“, fügt Krause hinzu.

Dr. Romy Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.aau.at/

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