Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bauindustrie 2010: diversifiziert und international / Deloitte-Ranking der europäischen Baukonzerne

16.08.2011
Laut Deloitte-Report "European Powers of Construction 2010" war Vinci aus Frankreich - gemessen am Umsatz - in 2010 Europas größtes Bauunternehmen, gefolgt von der ebenfalls französischen Bouygues sowie der deutschen Hochtief und der spanischen ACS. Vinci und Bouygues verfügen zudem über die größte Marktkapitalisierung.

Mit Hochtief als drittgrößtem Baukonzern, Bilfinger Berger als Nummer 11 und der Bauer AG als Nummer 41 sind drei deutsche Unternehmen unter den europäischen Top 50. Am Leistungsvolumen gemessen sind die bedeutendsten Player in Frankreich, Spanien und Großbritannien beheimatet, Deutschland belegt Platz vier.

Die Konzentration ist dabei sehr unterschiedlich: so ist Großbritannien 13 mal in den Top 50 vertreten, Frankreich hingegen nur 3 mal. Aber diese drei französischen Unternehmen sind sämtlich unter den Top 5 der Branche. Eine zentrale Rolle für die Zukunftsfähigkeit der einzelnen Firmen spielt die Diversifizierung.

Die Mehrzahl der großen europäischen Unternehmen hat diesen Schritt bereits getan. Gleiches gilt für die Internationalisierung: Den höchsten Internationalisierungsgrad unter den 20 größten Baukonzernen weist Hochtief auf, Bilfinger Berger findet sich hier auf Platz sieben.

"2010 war ein schwieriges Jahr für die Bauindustrie. Doch konnten die Folgen der Rezession teilweise durch die mittlerweile starke Diversifizierung und Internationalisierung der Unternehmen abgefedert werden", kommentiert Franz Klinger, Partner Real Estate von Deloitte.

"Bereits jetzt steht fest, dass 2011 mit der Übernahme der Aktienmehrheit von Hochtief durch die spanische ACS wieder Bewegung in die Top 10 der Branche kommen wird."

Top 11 der europäischen Baukonzerne

Untern. Herkunfts- Umsatz 10 EBITDA 10 EBIT 10 Markt-
land (Mio.EUR) (Mio.EUR) (Mio.EUR) Kapital.
(Mio. EUR/
Mai 11)
1. Vinci SA Frankreich 33.760 5.052 3.429 23.694
2. Bouygues SA Frankreich 31.225 3.701 1.760 12.122
3. Hochtief AG Deutschland 20.159 1.643 715 4.451
4. ACS SA Spanien 15.380 1.500 1.077 10.773
5. Eiffage SA Frankreich 13.553 1.852 1.041 3.806
6. Skanska AB Schweden 12.815 735 572 6.040
7. Strabag SE Österreich 12.777 735 299 2.516
8. Balfour UK 12.288 422 240 2.637
Beatty Plc
9. FerrovialSA Spanien 12.169 2.514 1.514 6.951
10. FCC SA Spanien 12.114 1.435 774 2.931
11. Bilfinger Deutschland 8.007 511 343 2.852
Berger
Vier Gruppen von Unternehmen
Grenzüberschreitende Präsenz und Ausweitung auf andere Geschäftsbereiche sind zentrale Erfolgsparameter der Baubranche. Der Blick auf die Top 20 der europäischen Unternehmen zeigt, dass die Gewichte jedoch ausgesprochen unterschiedlich verteilt sind. Es lassen sich vier Gruppen identifizieren: Zum einen die, die hauptsächlich in ihrem Heimatmärkten operieren und deren internationale Erträge die 40-Prozent-Marke nicht überschreiten.

Prominenteste Vertreter sind Vinci und Bouygues. Gruppe zwei ist vorwiegend international orientiert - wie Hochtief, die schwedischen Konzerne NCC und Skanska oder die österreichische Strabag. Da nicht nur Internationalität, sondern auch Diversifizierungsgrad bei der Segmentierung berücksichtigt wurden, besteht Gruppe drei aus heimatnah operierenden Unternehmen mit einer Vielzahl verschiedener Aktivitäten - wie die spanischen ACS, Acciona und Sacyr sowie die türkische Enka. Gruppe vier schließlich bilden internationale, hoch diversifizierte Player wie Ferrovial und OHL aus Spanien, aber auch Bilfinger Berger.

Halbe Leistung außerhalb Europas

Gründe für eine zunehmende Internationalisierung gibt es viele - der Leistungsrückgang von 3,6 Prozent im westeuropäischen Bausektor

2010 ist nur einer davon. Die Unternehmen der Top 50 sind dabei auf allen Kontinenten aktiv, wobei sie insgesamt etwa die Hälfte ihrer Leistung außerhalb Europas erwirtschaften. So belaufen sich die Umsätze von Hochtief in Nord- und Südamerika auf etwa 6,9 Mrd. Euro und in Asien/Ozeanien auf 10,6 Mrd. Euro. Bilfinger Berger konnte 2010 in Afrika einen Umsatzerlös von 500 Mio. Euro realisieren und steht damit an dritter Stelle dieses Rankings.

Diversifiziertes Geschäft bringt höhere Margen

Diversifizierung macht deutlich unabhängiger von branchentypischen Zyklen. Die Aktivitäten der Player zielen dabei mehrheitlich auf eine sinnvolle Ergänzung des Kerngeschäfts ab - und kompensieren zudem die strukturellen Nachteile des Baugeschäfts wie niedrige Margen und unsicheren Cashflow. Die drei profitabelsten Unternehmen 2010 (OHL, Enka und Ferrovial) wiesen durch die Bank einen überdurchschnittlichen Diversifizierungsgrad auf.

"Die Ausweitung der Aktivitäten bringt jedoch auch größeren Finanzierungsbedarf mit sich, vor allem wenn es um Diversifikation in andere Geschäftsfelder geht. So ist nicht überraschend, dass Ferrovial beispielsweise die höchste Nettoverschuldung aller Top-50-Unternehmen aufweist. Hochtief und Bilfinger Berger stehen hingegen eher am anderen Ende dieser Skala", fügt Franz Klinger hinzu.

Den kompletten Report finden Sie unter http://ots.de/oam8x zum Download.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. "To be the Standard of Excellence" - für rund 170.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited, eine "private company limited by guarantee" (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), und/oder ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limited und ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns .

© 2011 Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Pressekontakt:
Isabel Milojevic
Leiterin Presse
Tel: +49 (0)89 29036 8825
imilojevic@deloitte.de

Isabel Milojevic | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten