Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bauchumfang deutet auf späteres Demenzrisiko

26.11.2009
Neurologe: "Lebensstil bestimmt die Gesundheit im Alter"

Auf mehr als das zweifache steigt die Gefahr für Frauen, im Alter an Demenz zu erkranken, wenn ihr Bauchumfang bereits im mittleren Alter den Umfang der Hüfte übertrifft. Zu diesem Schluss kommen Forscher an der schwedischen Sahlgrenska Academy in der Zeitschrift Neurology. "Wer viel Fett um die Körpermitte trägt, stirbt viel eher vorzeitig durch Herzinfarkt oder Schlaganfall. Schafft er es dennoch, 70 Jahre alt zu werden, besteht höhere Gefahr einer Demenzerkrankung", so Studienleiterin Deborah Gustafson.

Die Ergebnisse der Forscher gehen auf eine Langzeitstudie unter 1.500 Frauen in Göteburg zurück. Bereits Ende der 60er-Jahre wurden die damals 38- bis 60-Jährigen eingehend ärztlich untersucht und befragt, 32 Jahre später wiederholte man das Prozedere. 161 der Frauen waren inzwischen an Demenz erkrankt, wobei das Leiden im Schnitt mit 75 Jahren ausgebrochen war. Mehr als doppelt so hoch war das Risiko dafür bei den Frauen, deren Bauchumfang anfangs den Umfang der Hüfte übertroffen hatte. Wenngleich frühere Studien auch den Body-Mass-Index (BMI) als Richtmaß gesehen hatten, besaß dieses Merkmal nun keinen Einfluss.

Überschüssiges Fett belastet auch das Gehirn

Als "sehr gut nachvollziehbar" bezeichnet Peter Dal-Bianco von der österreichischen Gesellschaft für Neurologie http://www.oegn.at die Ergebnisse. "Die höhere kardiovaskuläre Belastung durch Fettleibigkeit macht auf Dauer auch dem Gehirn zu schaffen und beschleunigt dessen Degeneration. Das zusätzliche Bauchfett ist nicht Ursache von Demenz, treibt diese jedoch voran", so der Wiener Neurologe. Die Studie sei zudem einer der immer zahlreicheren Hinweise dafür, dass das Verhältnis von Bauch- zu Hüftumfang genauere Ergebnisse liefert als der BMI.

Bestätigen kann Dal-Bianco auch, dass die Körperform bereits im mittleren Alter für das spätere Demenzrisiko einen wichtigen Ausschlag gibt. "Zwischen 30 und 60 Jahren baut man vor oder ab für spätere Alterserkrankungen. Zwar ist man auch durch eine gute Figur nicht vor späterem Alzheimer geschützt. Dennoch kann man durch einen vernünftigen Lebensstil das Risiko dafür deutlich senken, wozu ausreichende Bewegung, Mäßigung beim Essen und ein Schwerpunkt auf Blattgemüse, Obst und Fisch hilfreich ist."

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sahlgrenska.gu.se

Weitere Berichte zu: Alterserkrankungen BMI Bauchumfang Demenz Demenzrisiko Hüfte Lebensstil Neurologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Zirkuläre Wirtschaft: Neues Wirtschaftsmodell für die chemische Industrie?
28.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Unternehmen entwickeln sich zu Serviceanbietern
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie