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BAuA beteiligt sich mit Umfrage zu Arbeitsbedingungen an internationalem Projekt

14.11.2011
15.000 Bochumer Bürgerinnen und Bürger zwischen 18 und 65 Jahren bekommen in den nächsten Wochen Post von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Sie enthält einen 25-seitigen Fragebogen zu den Arbeitsbedingungen der Adressaten und ihrer Gesundheit. Erstmals nimmt die Umfrage nicht nur die körperlichen Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den Fokus. Zusätzlich fragen die Arbeitsmediziner vom BAuA-Standort Berlin auch, wie sich Unternehmensabläufe und die verschärfte Lage am Arbeitsmarkt auf die Menschen auswirken.

Bochums Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz unterstützt die Befragung und bittet in einem der Post beiliegenden Schreiben die Bochumer Bürgerinnen und Bürger um aktive Teilnahme an der Umfrage, die anonym ist. Zusammen mit der Stadt Bochum hat die BAuA unter Beachtung des Bundesdatenschutzgesetzes eine repräsentative Erwerbsbevölkerungsgruppe ausgewählt. Das Vorhaben wurde zudem durch den Datenschutzbeauftragten der Bundesanstalt geprüft. Für auftretende Fragen hat die BAuA ein Servicetelefon eingerichtet (Telefon 0231-9071 2071, Montag bis Freitag 8 bis 16.30 Uhr).

Zum Ablauf der Umfrage: Im November wird die BAuA 15.000 repräsentativ ausgewählte Bochumerinnen und Bochumer erstmals anschreiben. Die Post enthält Informationen zu der Umfrage und das Schreiben der Oberbürgermeisterin. Zwei Wochen später erhalten die gleichen Personen einen 25-seitigen Fragebogen mit frankiertem Rückumschlag, der hauptsächlich Multiple-Choice-Fragen enthält, bei denen Ankreuzen ausreicht.

Der erste Teil des anonymen Fragebogens bezieht sich auf die aktuellen Arbeitsbedingungen der Befragten: den Arbeitsplatz, die Abläufe im Unternehmen, aber auch arbeitsmarktbezogene Rahmenbedingungen. Weiter geht es mit Fragen zur Gesundheit und gesundheitsbezogenen Themen. Abschließend werden soziodemographische Informationen erbeten, die der BAuA helfen zu beurteilen, in welchen Gruppen von Personen – zum Beispiel bei Männern oder Frauen, älteren oder jüngeren Arbeitnehmern – verschiedene Arbeitsbedingungen gehäuft auftreten. Ergebnisse aus der Umfrage wird die BAuA in der zweiten Jahreshälfte 2012 der Bochumer Öffentlichkeit vorstellen.

Internationales Projekt JCQ
Die Umfrage in Bochum ist Teil eines seit über sechs Jahren laufenden internationalen Projekts mit Projektpartnern aus den USA, Asien, Europa und Australien. Ziel ist es, den weltweit etablierten Fragenbogen „Job Content Questionnaire“ (JCQ) zu erweitern. Kern des JCQ ist das so genannte „Demand-Control Modell“, das von Professor Robert Karasek von der University of Massachusetts at Lowell in den USA entwickelt wurde. Es liefert Erklärungsmuster für Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen auf der einen Seite und der Gesundheit der Beschäftigten auf der anderen Seite.

Das ursprüngliche Erklärungsmodell wurde in den 70er und 80er Jahren entwickelt. Seit einigen Jahren diskutieren Arbeitswissenschaftler weltweit, wie weit die bisherigen theoretischen Konzepte und daraus resultierende Modelle auch noch für die heutige Arbeitswelt und deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten Gültigkeit haben. So werden im JCQ-Projekt neue Aspekte der Arbeitswelt vor dem Hintergrund veränderter gesellschaftlicher Arbeitsbedingungen erhoben, um deren Zusammenhänge zur Gesundheit aufzuzeigen.

Service für Redaktionen
Die BAuA-Pressestelle vermittelt gern Experten für Interviews zur geplanten Umfrage in Bochum, um die Bedeutung der Umfrage genauer zu erläutern.
Pressestelle: 0231-9071 2330, E-Mail: presse@baua.bund.de
Internet: http://www.baua.de/presse
Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 600 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de

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