Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Warum Banken bei Unternehmenskrediten vorsichtig sind

12.10.2010
Ergebnisse einer Studie an der Universität Rostock

Die Banken haben in Deutschland im August 1,2 Prozent mehr Kredite an Unternehmen und Privathaushalte vergeben als ein Jahr zuvor. Die Kreditvergabe an Unternehmen jedoch war um 1,1 Prozent rückläufig.

Die Kreditklemme hat sich im Unternehmensbereich also sogar verschärft. Warum rationieren die Banken Kredite? Schließlich verzichten sie damit scheinbar auf Gewinne, verärgern ihre Kreditbewerber und setzen sich öffentlicher Kritik aus. Daniel Kraus (28), Stipendiat und Doktorand am Lehrstuhl Geld und Kredit der Universität Rostock bei Prof. Dr. Doris Neuberger, liefert dafür in seiner gerade vorgelegten Studie eine Erklärung.

„Es kann für die Banken rational sein, Kredit zu beschränken“, sagt Daniel Kraus. Banken könnten nicht immer erkennen, ob eine Geschäftsidee auf soliden Füßen stehe. Kreditrationierung, also eine geringere als die vom Kreditbewerber gewünschte Kreditmenge oder sogar eine Ablehnung von Krediten kann ein sinnvolles Mittel der Banken sein, das Risiko beherrschbar zu halten.

„Es ist für Banker schwierig zu erkennen, wie seriös kleine und mittelständige Unternehmen sind, vor allem zu Beginn einer Kreditbeziehung“, so Kraus. Dies erfordere eine entsprechende Gestaltung der Kreditverträge, bei der die Rationierung von Krediten eine wichtige Rolle spiele. „Wenn Kredite nicht rationiert werden, kann der Pool von Bewerbern so riskant werden, dass Verluste drohen“, verteidigt Kraus die Strategie der Banken.

„Größere Firmen werden durch Wirtschaftsprüfer auf Herz und Nieren untersucht. Zudem haben sie meist mehrere Standbeine und können ihre Kredite meist auch dann zurückbezahlen, wenn das finanzierte Geschäftsfeld in die roten Zahlen gerät. Das erleichtert die Kreditvergabe erheblich.“ Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen ist dies nicht immer der Fall.

In einem weiteren Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Geld und Kredit an der Universität Rostock soll nun untersucht werden, in welchen Fällen die restriktive Kredtitvergabe angebracht ist und in welchen es gute Gründe für mehr Mut gibt. Bislang jedoch gilt: „Eine Bank muss zunächst abschätzen, welche Unternehmertypen als Kreditbewerber agieren. Darauf aufbauend muss sie entscheiden, ob eine Kreditrationierung Sinn macht oder nicht“, sagt Daniel Kraus.

Kontakt:

Universität Rostock
Presse+Kommunikation
Dr. Ulrich Vetter
Telefon: ++49 (0)381 498 1013
E-Mail: ulrich.vetter@uni-rostock.de
Dipl.-Kaufmann Daniel Kraus
Institut für Volkswirtschaftslehre
Telefon: ++49 (0)381 498 4349
E-Mail: daniel.kraus@uni-rostock.de

Dr. Ulrich Vetter | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik