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Bakterium gefährdet Krankenhäuser

18.11.2008
Acinetobacter baumannii vor allem für Schwerkranke problematisch

Krankenhäuser müssen wachsam sein, wenn es um die Bakterie Acinetobacter baumannii geht. Experten für Infektionskontrolle haben eine ernste Warnung ausgesprochen.

Wie MRSA und Clostridium difficile stellt die Bakterie eine große Gefahr für schwerkranke Patienten dar. Die Resistenz gegen Antibiotika, die Acinetobacter baumannii stoppen können, liegt derzeit laut The Lancet Infectious Diseases bei 30 Prozent. Matthew Falagas und Drosos Karageorgopoulos vom Alfa Institute of Biomedical Sciences warnen in ihrer Studie, dass derartige Infektionen weltweit derzeit zu einer zunehmenden Bedrohung werden.

Acinetobacter verfügt über viele der Eigenschaften von MRSA und Clostridium difficile. Auch sie überlebt auf Oberflächen und ist gegen Desinfektionsmittel resistent. Genau das macht es schwer, die Bakterie - wenn einmal eingeschleppt - wieder aus einer Krankenhausabteilung zu entfernen. Typisch sind Infektionen der Blutbahnen, Lungenentzündung oder die Infektion einer Wunde. Gesunde Menschen können es auf der Haut tragen und an Patienten durch schlechte Handhygiene weitergeben. Die Bakterie überlebt auch in Staub oder der Bettwäsche monatelang. Rigorose Sauberkeit ist daher laut den Wissenschaftlern entscheidend, um eine weitere Ausbreitung in einer Abteilung zu verhindern.

Die Stämme von Acinetobacter baumannii, die gegen die Standard-Behandlungen resistent sind, können mit anderen Antibiotika bekämpft werden. Für gesunde Menschen stellt die Bakterie an sich keine Gefahr dar. Falagas und Karageorgopoulos betonen, dass strengste Hygiene und mehr Sorgfalt bei der Auswahl der Medikamente vor allem bei den gegen mehrere Medikamente resistenten Stämmen unerlässlich seien, um große Ausbrüche zu verhindern.

In Großbritannien stieg die Anzahl der freiwillig gemeldeten Infektionen zwischen 2003 und 2007 laut BBC um 5,4 Prozent auf 1.187 Meldungen. Die Health Protection Agency erklärte, dass dieser Anstieg auch auf das gesteigerte Bewusstsein und häufigeres Melden zurückzuführen sein könnte und nicht auf ein Ansteigen der Infektionen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.aibs.gr
http://www.hpa.org.uk

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