Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Automobilhersteller setzen auf Plattformstandardisierung und Modulstrategie

07.09.2011
Studie erwartet 30-prozentige Reduzierung von Fahrzeugplattformen bis 2020

Bis zum Jahr 2020 werden die wichtigsten zwölf weltweiten Automobilherstellergruppen ihre Plattformen auf 154 von 223 im Jahr 2010 reduzieren. Das hat eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan ergeben. Die Einführung einer globalen Plattformstandardisierung und Modulstrategie soll zu einer Plattformreduzierung von über 30 Prozent führen.

Die zehn wichtigsten Plattformen werden hierbei dafür sorgen, dass die weltweite Produktion von Pkws und leichten Lkws von rund 17 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2010 auf über 33 Millionen bis zum Jahr 2020 ansteigen wird, was einer beeindruckenden Zunahme von 94 Prozent entspricht. Als Folge hiervon werden die wichtigsten zwölf Automobilherstellergruppen bis zum Jahr 2020 einen Marktanteil von fast 74 Prozent in diesem Segment erreichen.

„Mit mehr als 95 Prozent der gesamten Fahrzeugproduktion bis zum Jahr 2020 über jeweils drei Plattformen dürften die Volkswagen-Gruppe im Volumensegment und die Daimler-Gruppe im Luxussegment weltweit die höchste Plattformstandardisierung und die größte Bandbreite von Fahrzeugmodellen von einer Plattform aufweisen“, erklärt Sarwant Singh, Partner und Practice Director von Frost & Sullivan. „Die Volkswagen-Gruppe wird so den derzeitigen Spitzenreiter, die Ford-Gruppe, mit ihrer Gleichteile- und Modulstrategie überholen. Der deutsche Automobilhersteller wird eine erhöhte Anzahl von Modellen produzieren sowie größere Volumen davon unter effizienter Einbindung neuer innovativer Technologien.“

Die Standardisierung der Plattformen wird Auswirkungen auf die Marken der Gruppen mit ihren Fahrzeugmodellpermutationen haben, und die Kombinationen werden knapper denn je ausfallen. Bis zum Jahr 2020 dürften die Gruppen Daimler, Volkswagen und Fiat-Chrysler ihre Plattformen um 60-65 Prozent reduzieren. Das durchschnittliche Fertigungsvolumen pro Plattform wird demzufolge bis 2020 um das Vierfache im Vergleich zu 2010 ansteigen. Insgesamt wird erwartet, dass die durchschnittliche Fahrzeugfertigung pro Plattform bis zum Jahr 2020 um das Dreifache ansteigen wird, ausgehend von einer Anzahl von 0,24 Millionen Einheiten im Jahr 2010. Und neun von zehn der wichtigsten Plattformen sollen bis 2020 einen Volumenüberschuss von jährlich zwei Millionen Einheiten verzeichnen, im Vergleich zu drei von zehn im Jahr 2010.

„Die aufstrebenden asiatischen Wirtschaften werden der Plattformstandardisierung und dem modularen Ansatz in Europa und Nordamerika sicherlich Auftrieb geben“, kommentiert Vishwas Shankar, Industry Analyst bei Frost & Sullivan. „Indien und China sind selbst die wichtigsten Antriebskräfte für Automobilhersteller bei der Umsetzung von Plattform-Standardisierungsstrategien. Rund 160 von den 800 einzelnen Modellen, die zwischen 2010 und 2020 von den obersten zwanzig Automobilherstellergruppen weltweit produziert und abgesetzt werden, dürften in China gebaut und theoretisch auch dort abgesetzt werden, verglichen mit 140 einzelnen Modellen für die USA.“

“Mehr als 24 dieser 800 einzelnen Modelle, also rund drei Prozent, sind globale Fahrzeugmodelle und dürften in China und den USA hergestellt und im Idealfall auch dort verkauft werden,“ so Shankar weiter. „Das verdeutlicht den Schwerpunkt auf den aufstrebenden Wirtschaften als Schlüssel zum Wachstum.”

Die Studie zeigt auch zahlreiche Faktoren auf, die für Automobilhersteller bei der Erstellung von Plänen für ihre Plattform-Standardisierungsstrategien von Bedeutung sind. Die aufstrebenden Regionen, in denen Automobilhersteller produzieren und verkaufen, und die ihre Plattformstandardisierung und Modulstrategie direkt bestimmen, sind sicher einer dieser Faktoren. Ein weiterer besteht in den Modulen selbst, die als Bausteine der zukünftigen Plattformen verwendet werden. Auch dürften Automobilhersteller Variationen in die Fahrzeuge durch effiziente Nutzung von Elektronik einbringen. Zuletzt ist noch die Fähigkeit der Gruppen zu nennen, den aus der Reduzierung der Anzahl der Zulieferer ermöglichten Nutzen schnell zu erfassen, der in einer gemeinsamen plattformweiten Nutzung von Komponenten, Systemen und Modulen besteht.

„Globale Zulieferer sind bereit, den Fahrzeugherstellern zu folgen und weltweit Anlagen näher an die Endmontagelinien der Hersteller zu setzen. „Daraus folgt eine Reduzierung der einzelnen Bauteile, die sonst aufgrund der zu großen Anzahl von Teilen in der gesamten Zuliefererkette einen weiteren Grund zur Besorgnis darstellen,“ so Shankar. „Während weniger serienmäßig gefertigte, sofort verfügbare und geprüfte Komponenten und Systeme von einer bestehenden Zuliefererbasis vom Standpunkt der Hersteller zu schnelleren Entscheidungen führen, wird der modulare Plan für eine Fahrzeugplattform durch die Vermeidung von Zeitverlusten bei der Entwicklung neuer Teile, zusammen mit Investitionen in die Identifizierung dieser Bauteile als Untergruppen oder Module, aufgebaut,” erläutert Singh abschließend.

Bei Interesse an weiteren Informationen zu Frost & Sullivans Studie Analysis of Platform Strategies of Key Global OEMs wenden Sie sich bitte unter Angabe Ihrer vollständigen Kontaktdaten an Katja Feick - Corporate Communications (katja.feick@frost.com).

Über Frost & Sullivan
Frost & Sullivan ist der globale Partner für Unternehmen, wenn es um Wachstum, Innovation und Marktführung geht. Die Dienstleistungen Growth Partnership Services und Growth Consulting helfen dem Kunden, innovative Wachstumsstrategien zu entwickeln, eine auf Wachstum ausgerichtete Kultur zu etablieren und entsprechende Strategien umzusetzen. Seit 50 Jahren in unterschiedlichen Branchen und Industrien tätig, verfügt Frost & Sullivan über einen enormen Bestand an Marktinformationen und unterhält mittlerweile 40 Niederlassungen auf sechs Kontinenten. Der Kundenstamm von Frost & Sullivan umfasst sowohl Global-1000-Unternehmen als auch aufstrebende Firmen und Kunden aus der Investmentbranche. Weitere Informationen zum Thema Growth Partnerships unter http://www.frost.com.
Kontakt:
Katja Feick
Corporate Communications – Europe
Clemensstr. 9
D – 60487 Frankfurt
Tel.: +49 (0) 69 7703343
E-Mail: katja.feick@frost.com
http://www.frost.com
Twitter: twitter.com/frost_sullivan

Katja Feick | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.frost.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Weltweit erste Therapiemöglichkeit für Kinderdemenz CLN2 entwickelt
25.04.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Tabakrauchen verkalkt Arterien stärker als reiner Cannabis-Konsum
11.04.2018 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics