Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mein Auto und ich - Neue Studie der Hochschule Niederrhein zur weiblichen Autokultur

03.12.2008
In Zeiten, in denen aus der Autoindustrie wenig erfreuliche Signale kommen, legt die Hochschule Niederrhein eine neue qualitative Studie zur weiblichen Autokultur vor.

Zwanzig Studenten des Marketing-Seminars hatten im Auftrag des Kompetenzzentrums "Frau und Auto" 81 Fahrerinnen aller Alters- und Berufsklassen zu ihrem ersten Auto, ihrem derzeitigen Wagen und ihrer Traumkarosse befragt.

Und nicht nur das: Sie schauten in alte Fotoalben und ließen sich von den Frauen unvergessliche Erlebnisse mit ihrem Auto schildern. Die Studie zeigt: Das Verhältnis von Frauen zu ihren Autos ist eine Geschichte voller Emotionen und zugleich ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik.

Für fast alle befragten Frauen war es wichtig, den Führerschein zu besitzen. Vor allem für ältere waren Unabhängigkeit, Freiheit und das Gefühl, nicht auf andere angewiesen zu sein, die Triebfedern für den Erwerb. "Erst ab dem Geburtsjahrgang 1966 verweisen die Frauen auf berufliche Gründe für den Einstieg in die automobile Beweglichkeit", berichtet Prof. Dr. Doris Kortus-Schultes, die Leiterin des interdisziplinären Kompetenzzentrums. In noch jüngeren Jahrgängen wird sogar "Gruppenzwang" als Motiv für den Führerscheinerwerb angeführt. Die überwiegende Mehrheit (86 Prozent) hat den Führerschein im Alter zwischen 17 und 21 Jahren erworben.

Bemerkenswert: Frauen von 40 und älter erinnern sich mit sehr viel mehr Emotionen und lustigen Erlebnissen an ihren ersten Wagen als jüngere. Sie machten mit Mitte 20 den Führerschein und übernahmen häufig das alte Auto des Vaters. Fahren geübt wurde mit Papa und Mama auf dem Parkplatz oder dem Hof anstatt wie heute auf dem Verkehrsübungsplatz. Und so manche erinnert sich noch sehr gut daran, wie sie mit ihrem alten Käfer auf der Landstraße liegen geblieben ist und auf Hilfe hoffte. Als Mitte der sechziger Jahre die Anti-Baby-Pille erfunden wurde, wurden Frauen auch im Verhältnis zum Auto selbständiger. Mit 18 durfte der Führerschein erworben werden, aber erst mit 21 wurde man volljährig. Ans Lenkrad gelassen wurden viele trotzdem nur sonntags, wenn der Ehemann bei der Familienfeier einen zuviel getrunken hatte. War das Geld für das erste eigene Auto zusammengespart, stand die Frage "Was kann ich mir leisten?" im Vordergrund. Und der Besitzerstolz war entsprechend groß. Jüngere Fahrerinnen erhalten heute ihr erstes Auto oft zum Abitur. Es ist fast eine Selbstverständlichkeit geworden. Im Gegensatz dazu erinnern sich auch Ältere noch ziemlich genau an Ausstattungsdetails ihres ersten Autos wie etwa selbst genähte Leopardensitzbezüge.

Heute muss das Auto vor allem funktionale Kriterien erfüllen, den Rollator für die pflegebedürftigen Eltern zugleich aufnehmen können wie den Kinderwagen, sagt Prof. Dr. Engelbert Kerkhoff, Sprecher des Forschungsschwerpunkts Kompetenz im Alter der Hochschule Niederrhein. "Es gibt gar nicht so wenige Omas, die zu ihrem ersten Halbmarathon mit dem Auto fahren". Für fast 90 Prozent der Befragten ist das Auto zur Erledigung der Einkäufe unverzichtbar, dahinter kommen Freizeitgestaltung und Transport der Kinder. Eine 25-Jährige, die in der Bildergalerie der Studie stolz vor ihrem schwarzen hochtourigen Sportcoupé posiert, demonstriert damit zugleich ihren beruflichen Erfolg. Singlefrauen ohne Kinder mit hohem Einkommen sind eine wachsende Zielgruppe für die Industrie. Besonders auch bei der Frage nach ihrem Traumauto zeigen Frauen Emotionen: Es sind für ein Drittel Form und Design, die ein Modell für sie zum Traumauto machen. Sehr häufig wird die Version "Cabrio" genannt. Aber etliche würden auch gern einen "New Beatle" fahren - weil er sie an ihr erstes Auto erinnert: den Käfer.

Kontakt: Prof. Dr. Doris Kortus-Schultes, Tel.02161-186-6327 oder 0212-331800

Rudolf Haupt | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops