Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausschalten von Hirnregion schenkt 20 Lebensjahre

08.05.2013
Forscher blockieren Molekül bei Mäusen und verlängern Leben

Die Hirnregion, die unter anderem für das Wachsen verantwortlich ist, veranlasst ebenfalls das Altern. Bei Lahmlegung dieses Bereiches könnte das Leben um 20 Jahre verlängert werden.

Die Studie der Albert Einstein College of Medicine wurde bislang an Mäusen durchgeführt, wobei ihnen eine Substanz in dieses Hirnareal injiziert wurde, die ein bestimmtes Molekül blockiert. Dieses steht in Zusammenhang mit Stress, das Lebewesen altern lässt.

Die Mäuse lebten durch die Injektion um 20 Prozent länger, was bei Menschen rund zwei Jahrzehnte bedeuten könnte. Zudem blieb auch ihre Lebensqualität konstant, denn ihre Muskeln, Knochen und Haut waren unverändert. Auch bei jenen Mäusen, die im mittleren Alter "geimpft" wurden, wirkte das Prozedere. Diejenigen, bei denen dieses Molekül durch eine Substanz stimuliert wurde, starben auch früher. Alle Ergebnisse waren bei Weibchen und Männchen ähnlich.

Lebenserwartung steigt kontinuierlich

Es ist noch nicht klar, ob die Wissenschaftler ihr Experiment auf Menschen umsetzen. Falls doch, dann bei Ältere, um altersbedingte Krankheiten zu reduzieren. "Seit 150 Jahren steigt die Lebenserwartung kontinuierlich an. Bezüglich der zukünftigen Entwicklung haben sich unter den Demografen zwei Gruppen herausgebildet: die Optimisten und die Pessimisten. Erstere gehen davon aus, dass der seit etwa 1850 zu beobachtende kontinuierliche Anstieg der Lebenserwartung von rund 2,5 Jahren pro Jahrzehnt auch weiterhin anhalten wird", schildert Marc Luy vom Vienna Institute of Demography http://oeaw.ac.at gegenüber pressetext.

Weiter gebe es die Pessimisten, die meinen, dass sich der Anstieg der Lebenserwartung abschwächen und dieser eventuell sogar irgendwann gesättigt sein wird, weil sie davon ausgehen, dass es ein biologisches Limit für die menschliche Lebensspanne gibt. Dem Experten zufolge könnte dieser Durchbruch des Albert Einstein Colleges aber genau zum Gegenteil der Annahme von pessimistischen Forschern führen. "Man kann aber nur spekulieren", sagt er.

Langes Leben versus Gesundheit

"Solange ein längeres Leben auch mit einer längeren in Gesundheit verbrachten Lebenszeit einher geht, kann ich mir vorstellen, dass solch ein Eingriff von der Mehrheit der Bevölkerung erwünscht wäre", erklärt der Fachmann. Laut Statistik Austria liegt die derzeitige Lebenserwartung seit der Geburt in Österreich bei Frauen bei 83,4 Jahren und bei Männern bei 78,1 Jahren. Ab dem Alter von 65 sind für Frauen 21,2 und für Männer 17,9 Jahre zu erwarten. Zukunftsannahmen besagen zudem, dass sich die Lebenserwartung 2050 bei Frauen ab der Geburt auf 89,5 Jahre und bei Männern auf 85,8 Jahre belaufen wird.

Andreea Iosa | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.einstein.yu.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise