Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausländische Top-Studierende zieht es nach Deutschland

14.09.2010
Deutschland ist für ausländische Studierende einer der attraktivsten Standorte / Deutschland vor allem bei Ingenieuren und Naturwissenschaftlern hoch im Kurs / Studentenelite legt genau so viel Wert auf persönliche Entfaltung und ein intaktes Privatleben wie auf hohes Gehalt

Internationale Top-Studierende zieht es als Berufs- und Lebensstandort vor allem in die USA, nach Großbritannien und nach Deutschland: 56 Prozent der Jungakademiker können sich vorstellen, nach ihrem Abschluss in den Vereinigten Staaten einen Job anzunehmen, 40 Prozent geben Großbritannien als einen ihrer bevorzugten Standorte an.

Mit immerhin 27 Prozent der Nennungen rangiert Deutschland auf der Beliebtheitsskala an dritter Stelle, gefolgt von Frankreich (22 Prozent) und Australien (18 Prozent). Das sind Ergebnisse der Studie "Wer gewinnt die Talente von morgen?", die auf einer Befragung von rund 1000 Studenten an ausländischen Top-Universitäten basiert. Die Studie wurde von der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young in Zusammenarbeit mit der Universität Witten/Herdecke erstellt.

23 Studierende der Universität Witten/Herdecke hatten von November 2009 bis März 2010 über 1000 Studierende in den G-20 Staaten und der EU befragt. (Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Spanien, Südafrika, Südkorea, Türkei und USA). "Das war eine tolle und sehr intensive Studienerfahrung, für ein so renommiertes Beratungsunternehmen wie Ernst & Young eine Befragung durchzuführen und auszuwerten", beschreibt Markus Ramme, einer der als Interviewer tätigen Studenten, seinen Eindruck. Das Projekt dauerte insgesamt über neun Monate und beinhaltete neben der Vor- und Nachbereitung auch Besuche an den jeweiligen Top-Universitäten, um die Qualität der Studie zu garantieren. "Wir haben die Interviews vor Ort und persönlich geführt und nicht etwa per Internet. Wir denken, dass so die Antworten ehrlicher und überlegter sind."

"Dass die Führungskräfte von morgen eindeutig für die USA und Großbritannien als attraktivste Standorte votieren, ist keine Überraschung - immerhin beherrscht die große Mehrheit der befragten Studierenden die ‚Weltsprache' Englisch, was ein erheblicher Standortvorteil der englischsprachigen Länder ist", so Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young. "Wenn aber Deutschland in diesem Ranking auf dem dritten Platz landet, darf man das durchaus als Überraschung werten", urteilt Englisch. "Für immerhin jeden vierten internationalen Top-Studenten ist es erstrebenswert, in Deutschland zu leben und zu arbeiten". Im Ausland werde Deutschland dafür bestaunt und bewundert, dass es die Krise so gut gemeistert habe, so Englisch: "Der Ruf des Standorts Deutschland ist derzeit exzellent - das zeigt auch diese Befragung", fasst Englisch zusammen.

Familie und Beruf für Standortwahl wichtig
Ein besonderer Schwachpunkt Deutschlands sei die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie, so Englisch. "In Deutschland ist es nach wie vor eine echte Herausforderung, Arbeit, Karriere und Familie zu vereinbaren und dabei einen hohen Lebensstandard aufrecht zu erhalten und einen "Karriereknick" zu vermeiden". Zudem könnten Top-Hochschulabsolventen in einigen anderen Ländern deutlich höhere (Netto)-Einkommen erzielen - auch nach Bereinigung der Kaufkraftunterschiede. "Die Einstiegsgehälter in Deutschland sind relativ niedrig. Da bieten andere Länder deutlich mehr".
Persönliche Entfaltung hat Priorität
Dass es denn angehenden Akademikern weltweit nicht nur um Karriere und Gehalt geht, zeigt die Umfrage sehr deutlich: Bei der Wahl des ersten Arbeitgebers geben die Studierenden den Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentfaltung oder Entwicklung die höchste Priorität. Danach folgen mit etwas Abstand Gehalt und "Work-Life-Balance", also die Möglichkeit Berufs- und Privatleben mit einander in Einklang zu bringen. Fast genauso wichtig sind dann aber auch die Möglichkeiten der Weiterbildung sowie die Chance, als Mitarbeiter Einfluss auf wichtige Entscheidungen nehmen zu können. An der Bedeutung eines hohen Gehalts scheiden sich allerdings die Geister: Für die Wirtschaftswissenschaftler ist die Vergütung sowohl in der kurz- als auch in der langfristigen Perspektive das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers. Bei Studierenden aller anderen Fachrichtungen steht der Wunsch nach einem hohen Gehalt hingegen weder kurz- noch langfristig an erster Stelle.
Weitere Informationen bei Prof. Dr. Michele Morner, 02320/926-572 michele.morner@uni-wh.de
Die ganze Studie finden Sie unter
http://www.ey.com/DE/de/Newsroom/News-releases/2010_Studenten-Standortstudie

Kay Gropp | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de
http://www.ey.com/DE/de/Newsroom/News-releases/2010_Studenten-Standortstudie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Entrepreneurship-Studie: Großes Potential für Unternehmensgründungen in Deutschland
15.09.2017 | Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie