Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aufsichtsräte im Wandel?

01.12.2011
Deloitte-Studie: Vergleich deutscher und internationaler Aufsichtsräte

Laut der "Director360"-Studie von Deloitte, die 215 Aufsichtsräte aus zwölf Ländern befragte, trauen sich deutsche Aufsichtsräte im internationalen Vergleich besonders gut zu, potenzielle Risiken zu erkennen und zu beurteilen.

Überdies sind sie sich ihres Wertbeitrags zur Unternehmensperformance bewusst
- mehr als viele ihrer internationalen Pendants. Sie fühlen sich zudem sehr gut über Marktentwicklung, M&A-Perspektiven und Marktanteile der Unternehmen informiert. Auf der anderen Seite zeigt sich ein überdurchschnittlich hoher Prozentsatz unzufrieden mit dem Auswahlverfahren neuer Aufsichtsratsmitglieder. Gleiches gilt für die Nachfolgeplanung sowie für den Posten des Vorstandsvorsitzenden.

Nicht zuletzt findet ein hoher Prozentsatz, dass die Vorstandsvergütung nicht ausreichend transparent gestaltet ist.

"Die Finanzmarktkrise hat die Arbeit der Aufsichtsräte stärker ins Rampenlicht gerückt - die Studie zeigt, dass Aufsichtsräte ihre Kontrollfunktion länderübergreifend deutlich weniger formal wahrnehmen als zu vermuten steht. Deutschland spielt jedoch eine Sonderrolle, da die Aufgaben des Aufsichtsrats hier teilweise anders gesetzlich definiert sind", kommentiert Dr. Claus Buhleier, Leiter des Center für Corporate Governance bei Deloitte.

Stärkere Rolle bei der Strategieplanung

Weltweit übernehmen die Boards bzw. Aufsichtsräte eine starke, direkte Aufgabe bei der Strategieplanung: International sehen sich 85 Prozent der befragten Aufsichtsräte in einer entsprechenden Rolle. In Deutschland sind es sogar 94 Prozent - jedoch herrscht hier eine klare Kontrollpflicht, der die Aufsichtsräte nachkommen. Bei Informationen zu strategischen Entscheidungsparametern fühlen sich 88 Prozent der befragten deutschen Aufsichtsräte gut informiert - Grund ist wiederum ihre gesetzliche Verpflichtung. International sind es nur 78 Prozent. Bei der Frage was Aufsichtsräte für das Unternehmen leisteen haben 41 Prozent der Befragten in Deutschland eine sehr klare Vorstellung. International liegt der Wert 13 Prozentpunkte niedriger.

Deutsche Aufsichtsräte besonders risikobewusst

Weltweit geben nur 10 Prozent der befragten Aufsichtsräte an, nicht in die Gestaltung der Risikobereitschaft ihres Unternehmens eingebunden zu sein, 72 Prozent sehen sich aktiv beteiligt. In Deutschland sorgt das dualistische System für eine klare Aufgabenteilung. Dennoch hat etwa ein Viertel hierzu keine klare Haltung, was auf eine entsprechend dominante Position der jeweiligen Vorstände hinweist. Deutlich über dem internationalen Durchschnitt liegt jedoch das Verständnis deutscher Aufsichtsräte für potenzielle Risiken - 94 Prozent der Befragten traut sich zu, diese zu verstehen und deren Auswirkungen auf das Unternehmen beurteilen zu können.

Optimierungsbedarf bei Nachfolgeregelungen

Ein gegenteiliges Ergebnis zeigt die Frage nach der Transparenz der Auswahlverfahren für neue Aufsichtsratsmitglieder: In Deutschland sind nur 59 Prozent mit den formalen Kriterien zufrieden, international liegt der Wert bei 61 Prozent. Ähnlich sieht es bei der Nachfolgeplanung aus: 47 Prozent sehen keinen wirksamen Nachfolgeplan für den Aufsichtsrat. Auch bezogen auf den Vorstandsvorsitzenden glauben nur 42 Prozent, dass es eine effektive Regelung für die Nachfolge im Unternehmen gibt. Die Gründe könnten darin liegen, dass Investoren ein starkes Mitspracherecht bei Nachfolgefragen beanspruchen - zu Lasten der Transparenz.

Deutsche Aufsichtsräte zufrieden mit Vergütung

Die Aufsichtsrats-Vergütung ist in den letzten Jahren weltweit immer mehr in den Fokus gerückt. International halten 65 Prozent die Vergütung der Aufsichtsräte für angemessen. In Deutschland liegt er mit 76 Prozent deutlich darüber - aber auch die Zahl derer, die entschieden gegenteiliger Meinung sind, ist mit 12 Prozent signifikant höher als international. Bezogen auf die Vorstandsvergütung stimmen insgesamt 88 Prozent der deutschen Aufsichtsräte der Aussage zu, ihr Vergütungssystem schaffe eine optimale Balance zwischen kurzfristiger Leistung und langfristiger Wertschöpfung. Im Hinblick auf die Transparenz dieser Systeme gibt es allerdings einen auffallend hohen Anteil an Skeptikern - ein Viertel sieht hier deutlichen Optimierungsbedarf. Auf der anderen Seite liegt aber auch die Zahl derer, die überhaupt keinen solchen Bedarf konstatieren, über dem internationalen Schnitt.

"Die Ergebnisse legen nahe, dass sich die in Deutschland geltenden gesetzlichen Bestimmungen und die klare Aufgabenaufteilung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat positiv auf die Unternehmensführung und Kontrolle auswirken. Die Gesetze in Deutschland sorgen für Klarheit, die auch für den Erfolg der Unternehmen maßgeblich ist", ergänzt Dr.

Claus Buhleier.

Den kompletten Report finden Sie unter http://ots.de/6fbNj zum Download.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und steht Kunden so bei der Bewältigung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen zur Seite. "To be the Standard of Excellence" - für rund 182.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited, eine "private company limited by guarantee" (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), und/oder ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limited und ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns.

© 2011 Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Pressekontakt:
Isabel Milojevic
Leiterin Presse
Tel: +49 (0)89 29036 8825
imilojevic@deloitte.de

Isabel Milojevic | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Neue Studie „Education first! Bildung entscheidet über die Zukunft Sahel-Afrikas“
29.11.2017 | Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

nachricht Zukunftsstudie zum Autoland Saarland veröffentlicht
29.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik