Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arme gewinnen Kampf gegen Brustkrebs seltener

16.02.2010
Genmutation kann Prognose verschlechtern

Wissenschaftler der University of Dundee gehen davon aus, dass es eine genetische Erklärung dafür gibt, dass Frauen aus ärmeren Familienverhältnissen den Kampf gegen den Brustkrebs seltener gewinnen.

Ein dürftiger Lebensstil könnte zu einer Genmutation führen, die die Prognose verschlechtert, schreibt das Team um Lee Baker im Journal of Cancer. Die Forscher haben nachgewiesen, dass die Postleitzahl einer Frau mit der "Gesundheit" des p53-Gens in ihren Tumorzellen in Zusammenhang gebracht werden kann.

Ungesünderes Leben

Die Verbindung zwischen dem sozioökonomischen Status und einer schlechteren Prognose bei verschiedenen Krebserkrankungen wurde bereits früher entdeckt. Entscheidend sind ein ungesünderes Leben und die Tendenz einer späteren Diagnose. Die aktuelle Untersuchung liefert weitere Hinweise darauf, wie der Lebensstil die Fähigkeit des Körpers, sich selbst gegen Krebs zu schützen, beeinflussen kann. Normalerweise ist p53 ein so genanntes Tumorsuppressorgen. Es zeigt den Zellen an, welche kanzerös oder präkanzerös sind und zerstört werden sollten, bevor sie sich ausbreiten können.

Kommt es zu einer Mutation, wird diese Fähigkeit verringert oder verschwindet ganz. Damit wird eine Krebserkrankung viel wahrscheinlicher. Die Forscher untersuchten gefrorene Gewebeproben der Tumore von insgesamt 246 Frauen, die zwischen 1997 und 2001 einer Krebsbehandlung unterzogen worden waren. Tests wurden durchgeführt, um das Ausmaß der Mutation von p53 festzustellen. Diese Ergebnisse wurden mit der Postleitzahl der Wohnadresse der Patientinnen verglichen, die einen ersten Hinweis auf ihren Hintergrund liefern sollte.

Arme Frauen eher krebsanfällig

Frauen mit Postleitzahlen aus sozial benachteiligten Wohngegenden verfügten eher über eine Mutation und waren daher eher krebsanfällig. Baker betonte, dass diese Studie einen direkten Zusammenhang zwischen p53 und sozialer Benachteiligung sowie zwischen der Mutation und den Erkrankungen und Todesfällen herstelle. Lebten die Menschen in weniger ärmlichen Verhältnissen, hätten sie wahrscheinlich weniger Probleme mit p53 und erkrankten auch seltener an Brustkrebs. "Deprivation alleine verursacht keinen Brustkrebs, kann aber die Prognose beeinflussen, wenn p53 durch einen Lebensstil geschädigt ist, der allgemein damit in Verbindung gebracht wird."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.dundee.ac.uk
http://www.nature.com/bjc

Weitere Berichte zu: Brustkrebs Genmutation Krebserkrankung Lebensstil Mutation Postleitzahl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit